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Entgleiste S-Bahn in Berlin : S5-Strecke bei Hoppegarten wieder freigegeben

Die entgleiste S-Bahn in Hoppegarten hat das Gleis schwer beschädigt. Auf 200 Metern mussten sie ausgetauscht werden - "quasi wie ein Neubau", sagte ein Bahn-Sprecher. Erst nach einer Woche wurde die Strecke wieder freigegeben.

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Unweit des Bahnhofs Hoppegarten ist ein Zug der S-Bahnlinie S5 entgleist.
Unweit des Bahnhofs Hoppegarten ist ein Zug der S-Bahnlinie S5 entgleist.Foto: Paul Zinken/dpa

Ein entgleister Zug der S-Bahnlinie S5 hat eine Woche lang für Verkehrsbehinderungen zwischen Hoppegarten und Fredersdorf gesorgt. Er war am Montag vergangener Woche bei der Einfahrt in den S-Bahnhof Hoppegarten entgleist und hatte die Gleisanlagen schwer beschädigt. Das ergab die Prüfung der Infrastruktur, nachdem zwei Schienenkräne die verkeilten Waggons am Dienstag beseitigt hatten.

Auf 200 Metern musste das S-Bahn-Gleis repariert werden, sagte Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert dem Tagesspiegel. 200 Schwellen mussten ausgetauscht, dazu Schienen und Stromversorgung erneuert werden. "Das ist quasi wie ein Neubau." Erst an diesem Montag konnte die Bahn den durchgehenden Verkehr wieder aufnehmen. Allerdings kann der Zehn-Minuten-Takt voraussichtlich bis Donnerstag nur zwischen Spandau und Mahlsdorf angeboten werden.

Bis zur Freigabe hatte die Bahn einen Ersatzfahrplan mit Bussen, S-Bahn-Pendelzügen und Regionalbahnen auf die Beine gestellt - am Wochenende allerdings ohne den Regio-Shuttle, der im Berufsverkehr als Verstärkung eingesetzt wurde. Zwischen Hoppegarten und Fredersdorf fuhr ein Schienenersatzverkehr, der Verkehr zwischen Mahlsdorf und Hoppegarten wurde über einen Pendelverkehr im 20-Minuten-Takt abgefertigt.

Entgleisung am Montagabend

Kurz vor dem Bahnhof war am Montagabend gegen 21.45 Uhr ein stadteinwärts fahrender Zug der S-Bahn-Linie S5 verunglückt. Die letzten drei von acht Wagen sprangen nach Bahnangaben an einer Weiche aus der Schiene. Von den etwa 50 Passagieren wurde glücklicherweise niemand verletzt. Die Bundespolizei erklärte das damit, dass der Zug an dieser Stelle eine leichte Kurve fahren muss und deshalb bereits langsamer als üblich unterwegs ist. Wie es genau zu dem Unfall kam, ist noch unklar. Wahrscheinlich ist, dass die Weiche gestellt wurde, als der Zug darüber fuhr.

Mit herkömmlichen Mitteln gelang es der S-Bahn zunächst nicht, den entgleisten Zug der S5 wieder auf die Schiene zu setzen. Vier der acht Waggons konnten nicht weggeräumt werden. Deshalb mussten eigens aus Leipzig zwei 75-Tonnen-Schienenkräne angefordert werden. Sie brauchten fünf Stunden, um die fest verkeilten Wagen zu heben. Gegen 20 Uhr am Dienstagabend war ihre Arbeit beendet, die Waggons konnten zu einem Abstellgleis am Bahnhof Hoppegarten gebracht werden - und das für die Arbeiten gesperrte Regionalbahngleis wieder freigegeben werden.

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Station 1: Bahnhof Spandau. Ein schöner ICE-Bahnhof, besonders morgens, wenn die Sonne reinstrahlt. Auch toll: das lange Dach (es ist das längste in Deutschland und passt noch nicht mal ins Bild). Leider ist der Bahnhof ein echtes Nadelöhr, hier kommt der Verkehr oft ins Stocken. Im Hintergrund das, naja, pragmatische Einkaufszentrum. In ein paar Jahren soll die S-Bahn übrigens verlängert werden, vielleicht nach Falkensee, vielleicht ins Falkenhagener Feld. Jetzt aber: Einsteigen, bitte! Fast 100 Minuten ist sie von Spandau bis Strausberg Nord unterwegs - so lange fährt keine andere S-Bahn durch unsere Stadt.Weitere Bilder anzeigen
1 von 35Foto: Kai-Uwe Heinrich
18.06.2015 09:13Station 1: Bahnhof Spandau. Ein schöner ICE-Bahnhof, besonders morgens, wenn die Sonne reinstrahlt. Auch toll: das lange Dach (es...

Schon am Dienstagmorgen mussten Fahrgäste deutliche Verzögerungen in Kauf nehmen. Im Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Fredersdorf und Hoppegarten waren nach Bahn-Angaben am Mittwoch zwölf Busse im Einsatz. Werktags kamen in der Zeit von 5 bis 10 Uhr sowie von 14 bis 19 Uhr zusätzliche Shuttlezüge von zum Einsatz. Zusammen mit den Zügen der Niederbarnimer Eisenbahn bestand somit zwischen Lichtenberg und Strausberg annähernd ein 30-Minuten-Takt.

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