Berlin : Enthüllt: Christo und Jeanne-Claude kommen

Tourismuswerber freuen sich auf die Künstler – und sorgen sich um die Chinesen

Stefan Jacobs

1995 haben Christo und Jeanne-Claude den Reichstag ins größte Geschenkpaket für Berlin verwandelt. Zum zehnjährigen Jubiläum der Verhüllung kommt das Künstlerpaar wieder: am 15. Oktober ins Kongresszentrum Axica am Pariser Platz. Hier wird eine Ausstellung über ihre Werke eröffnet, die an den beiden darauffolgenden Tagen zu sehen sein wird – in Verbindung mit der Buchung eines „Art Brunches“ für 105 Euro oder eines 135 Euro teuren „Art Dinners“. Axica-Chef Jochen Lohmar präsentierte diese Nachricht gestern gemeinsam mit Hanns Peter Nerger, dem Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing.

Die BTM ist auf gute Nachrichten spezialisiert wie kaum eine andere Institution. Doch mitten im Berlin-Besucherboom sorgt sich Nerger um die Chinesen. Wegen restriktiverer Visa-Vergaberegeln der Deutschen Botschaft seien im ersten Halbjahr nur 9100 Chinesen nach Berlin gereist – zehn Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ähnliche Hürden gebe es seit der Visa-Affäre auch für Russen.

Doch das war die einzige schlechte Nachricht der BTM. Zwei gute hatte sie noch: Die Zahl der Tagestouristen sei 2004 auf den Rekordwert von 123 Millionen gestiegen. Sie hätten rund 700 Millionen Euro Steuern in die Stadt gebracht. Die abschließende gute Nachricht betrifft die Fußball-WM, die nach Angaben der BTM ihre Lichter vorauswirft – und nach Erfahrungen aus der Olympiastadt Athen auch 2007 neue Besucherrekorde bescheren könnte.Um die Vorbereitung sorgt sich die BTM nicht: Die Diskussion um die Fanmeile sei „Sommertheater“ gewesen, sagte Nerger; entscheidender sei das Programm. Die Vorbereitungen kämen voran. Selbst bei den 7000 Taxifahrern tue sich Erfreuliches: 200 hätten Englischkurse besucht, um WM-tauglich zu werden.

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