Berlin : Entlassung der Bäder-Chefs: Schwimmbäder heute Nachmittag geschlossen

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Die Entlassung der Bäder-Chefs in Berlin schlägt heute direkt auf die Basis durch. Wegen einer außerordentlichen Personalversammlung sind alle Badeanstalten und sonstigen Einrichtungen der Bäder-Betriebe von 13 bis 19 Uhr geschlossen. Vor allem von Sportsenator Klaus Böger erwarten die Beschäftigten, wie es gestern im Personalrat hieß, Auskunft über die weitere Entwicklung. Dahinter steht auch die Sorge um eine Privatisierung der bisher öffentlich-rechtlichen Anstalt und um etwaige Entlassungen.

Für die Kündigung der beiden Vorstandsmitglieder Günter Kube und Dietmar Ranz durch Böger haben bisher weder der Personalrat noch die Gewerkschaft ÖTV Verständnis gezeigt. Böger hatte seinen Schritt, wie berichtet, mit dem jüngsten Rechnungshofbericht begründet. Darin haben die Rechnungsprüfer den Bäderbetrieben vorgeworfen, in den Jahren 1996 bis 1998 verschiedene Aufträge ohne Ausschreibung erteilt und sehr schnelle Vorauszahlungen geleistet zu haben, was zu "Zinsschäden" geführt habe. Vorwürfe "unwirtschaftlichen Verhaltens" tauchen in Rechnungshofberichten allerdings regelmäßig auf, ohne dass dies zu Entlassungen führt.

Die Bäderbetriebe hatten sich damit verteidigt, dass man mit den schnellen Zahlungen einen Verfall öffentlicher Zuschüsse habe verhindern wollen; sie wären sonst zum Jahresende womöglich in den Etat zurückgeflossen. Außerdem seien solche Zahlungsvereinbarungen "wegen der Insolvenzgefahr für kleine und mittlere Betriebe" inzwischen üblich.

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