Berlin : Entwicklung von Tempelhof kann 100 Jahre dauern

Klaus Kurpjuweit

Bis das Gelände des Flughafens Tempelhof nach einer Schließung voll in die Stadt integriert sein wird, können durchaus hundert Jahre vergehen. Diese Zeit sollte man sich auch lassen, ist der ehemalige Staatssekretär der Umweltverwaltung in der ersten rot-grünen Koalition von 1989/90 und heutige Rechtsanwalt Klaus Martin Groth überzeugt. Wichtig sei jetzt nur, die Grundlagen der künftigen Entwicklung festzulegen, sagte Groth bei einer Nachnutzungskonferenz des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung. Entschieden werden müsse zum Beispiel, ob das Gelände eine freie Fläche bleibt wie jetzt oder ob es durch neue Straßen erschlossen werden soll, wie es der Stadtplaner Dieter Hoffmann-Axthelm im Tagesspiegel vorgeschlagen hatte.

Erst nach einer solchen Grundsatzentscheidung könne auch eine Nutzung für das Gebäude gesucht werden, sagte Groth weiter. Während bisher völlig unklar ist, was aus der Immobilie werden soll, gibt es für das Gelände bereits mehrere Vorschläge. Der Senat favorisiert einen „Park der Luftbrücke“ mit einem „Wiesenmeer“ als Mittelpunkt, andere schlagen vor, Solarzellen aufzustellen. Die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling plädiert für Zwischennutzungen, zu denen auch ein Festplatz, Sportanlagen oder ein Campingplatz gehören könnten. Auch ein Viertel mit autofreiem Wohnen gehört zu den Vorschlägen.

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