Berlin : Entwurf ist "obsolet" - Strieder schlägt gemeinsame Neu-Planung mit dem Senat vor

C. v. L.

Einen "gemeinsamen Planungsprozess" für den Bau der US-Botschaft am Pariser Platz will der Senat den Amerikanern anbieten. Darauf hätten sich der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen und die Verwaltung für Stadtentwicklung und Bauen am Montag verständigt, sagte Senator Peter Strieder (SPD) gestern am Rand der bautec-Messe. Man habe Abstandslinien festgelegt und befürworte eine 15-Meter-Distanz zum öffentlichen Straßenraum an der Behren- und an der Ebertstraße. Die Botschaft sollte auf ihrem Grundstück zusätzliche Sicherheitsdistanz schaffen. Der Stadtentwicklungs- und Bausenator hält den 1996 vorgestellten Architektenentwurf für "obsolet".

"Es ist möglich, gemeinsam etwas zu planen". Vorstellungen, die Amerikaner höher als geplant bauen zu lassen, um andererseits Platz für Sicherheitszonen zu gewinnen, waren bereits im Januar diskutiert worden. Seitens der amerikanischen Botschaft hieß es vor einigen Wochen, man sei nach der langen Diskussion um die Sicherheitszonen auf einem guten Weg, mit dem Senat zu einer Einigung zu kommen. Strieder kann sich nun vorstellen, dass der geplante Botschaftsbau am Pariser Platz um sieben bis zehn Meter nach hinten rückt.

Nach Auskunft des Senators ist es möglich, die Behrenstraße auf der Südseite des Grundstücks "ein bisschen abknicken" zu lassen und dafür auf den Bürgersteig vor dem Gelände des künftigen Holocaust-Mahnmals zu verzichten. Damit könne zusätzlich Platz für die Sicherheitszone um die Botschaft geschaffen werden. An der Ebertstraße müsse man nichts verändern, wenn auf einen ursprünglich vorgesehenen Mittelstreifen verzichtet werde. Wie das Sicherheitskonzept am Pariser Platz zu realisieren sei, müsse die Innenverwaltung klären. Über Abstandsflächen auf dem Platz selbst habe man sich bei dem Gespräch mit dem Regierenden Bürgermeister nicht unterhalten.

Da die Amerikaner vor allem Sprengstoffattentate von Lastwagen aus fürchteten, müsse man verhindern, dass sie über den Platz fahren; einfacher wäre es ohnehin, den gesamten Platz vom Fahrzeugverkehr zu befreien, sagte Strieder. Dann stelle sich aber die Frage nach der Bedeutung der Dorotheenstraße, deren künftige Bundestagsbauten zu beiden Seiten mit Brücken verbunden sind. Hier müsse Berlin gegenüber dem Bund darauf bestehen, dass es sich um eine städtische und keine Anliegerstraße für das Parlament handele.

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