• Entzug durch Bußgeld: Weniger Qualm in Bahnhöfen Seit einem Jahr müssen Raucher in U- und S-Bahn 15 Euro zahlen

Berlin : Entzug durch Bußgeld: Weniger Qualm in Bahnhöfen Seit einem Jahr müssen Raucher in U- und S-Bahn 15 Euro zahlen

Klaus Kurpjuweit

Das vor einem Jahr eingeführte Bußgeld bei Verstößen gegen das Rauchverbot auf Bahnhöfen ist nach Angaben der BVG und der S-Bahn ein Erfolg. Die Zahl der Rauchvergehen habe stark abgenommen, sagten BVG-Sprecherin Barbara Mansfield und S-Bahnsprecher Ingo Priegnitz übereinstimmend. Wer auf U-Bahnhöfen und den unterirdischen Stationen der S-Bahn mit einer qualmenden Zigarette erwischt wird, muss seit 1. Januar 2003 bei Kontrollen 15 Euro zahlen.

Im ersten Monat ertappte die BVG noch 716 Qualmer, die sich nicht ans Verbot hielten. Danach sei die Zahl stetig zurückgegangen, so Mansfield. Im November waren es lediglich noch 233. Allerdings zahlen die wenigsten an Ort und Stelle die 15 Euro. Wer sich zunächst davor drückt, wird wie ein ertappter Schwarzfahrer behandelt. Das heißt, die Verkehrsbetriebe lassen das Bußgeld bei säumigen Zahlern über eine Inkassofirma eintreiben, was mit zusätzlichen Gebühren verbunden ist. Bei der S-Bahn müssen Raucher nur auf den sechs Stationen im Nord-Süd-Tunnel auf den Zigarettenzug verzichten. 189-mal wurden Verstöße festgestellt, sagte Priegnitz. 19 „Sünder“ hätten dann sofort bezahlt. Bei der S-Bahn sind die meisten Bahnhöfe – noch – mit Personal besetzt. Mitarbeiter könnten rauchende Fahrgäste deshalb direkt ansprechen, so Priegnitz. Am wirksamsten seien gezielte Hinweise über Lautsprecher. Bei der BVG können rauchende Fahrgäste dagegen meist nur vom Sicherheits- und Kontrollpersonal angetroffen werden. Auf den meisten Bahnhöfen läuft der Betrieb jedoch personalfrei.

Auch bei der großen Bahn habe sich das Rauchverbot bewährt, sagte Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Bei der Bahn gibt es für die notorischen Qualmer kleine „Raucherinseln“ auf den Bahnsteigen. Fast rauchfrei sind derzeit die Stationen Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße und Spandau. Lichtenberg und Zoo sollen noch folgen.

Beim Rauchverbot geht es nicht nur um die Gesundheit der nichtrauchenden Fahrgäste. Die Verkehrsunternehmen müssen auch weniger Geld für die Reinigung aufbringen. Und die Feuergefahr in den Bahnhöfen sinkt. Bei der U-Bahn gab es in der Vergangenheit mehrere Brände, die durch weggeworfene Kippen verursacht worden waren.

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