Berlin : Equipe Tricolore? Raus aus der Vitrine!

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Marc Nouschi, Leiter des Institut Francais im „Maison de France“ am Kurfürstendamm, wusste schon nach wenigen Minuten, dass „unsere Mannschaft nicht gut spielen wird“. Keine Fantasie, zu langsam, immer durch die Mitte – das konnte gegen die Dänen ja nicht aufgehen. Für eine große Enttäuschung fehlte es deshalb an Fallhöhe. 50 Fans hatten sich vor der Leinwand versammelt – darunter drei Dänen. Die hätten sich aber fair verhalten, lobt Nouschi.

Sein größtes Problem ist jetzt die Vitrine mit den Fotos der Equipe Tricolore, den Emblemen und Fähnchen. Die muss natürlich umgehend abgebaut werden. So richtig fußballbegeistert wie zu Zeiten der französischen Garnison seien die Berliner Franzosen ohnehin nicht mehr, sagt Nouschi. Auch in der Cafeteria der Französischen Botschaft erlebten die Mitarbeiter das Debakel gegen Dänemark mit. Pressesprecher Jean-Claude Tribolet blieb bis zum ersten Gegentor, dann ging er lieber ins nächste Meeting. Die Fahnen würden jetzt nicht auf Halbmast gehängt, beruhigt Tribolet. Botschafter Claude Martin sei ohnehin kein ausgewiesener Fußballfan. In den Galéries Lafayette in der Friedrichstraße blieben die Fernseher dunkel. Infos über den Spielstand holten sich die Mitarbeiter aus dem Internet. Natürlich seien jetzt alle sehr traurig, sagt Pressesprecherin Cornelia Seidel, besonders die Spieler der hauseigenen Freizeit-Mannschaft. Ihr Tipp gegen Fußball-Frust: einfach mit französischem Rotwein betrinken.Thomas Loy

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