Berlin : Er entscheidet mit

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„Es hat nicht immer nur einer Schuld, wenn die Kommunikation nicht funktioniert“, sagt die Diplompädagogin Gabriele Seidel. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Medizinischen Hochschule Hannover; dort entsteht gerade die erste Patientenuniversität in Deutschland. Der Sinn: Die Patienten erfahren in einer Art Laienstudium etwas über ihre Krankheiten. Denn: „Auch die Betroffenen sollten sich informieren und nicht nur eine passive Rolle einnehmen“, sagt Seidel; nur so könnten sich Patienten und Ärzte irgendwann „auf Augenhöhe begegnen“. Ziel ist die Beteiligung des Kranken bei medizinischen Entscheidungen – „ shared decision making “ heißt das. Patientenkompetenz beginne übrigens schon damit, sich nach dem Arztbesuch bewusst zu machen, ob man sich gut informiert fühlt, sagt Gabriele Seidel. Um sich darüber klar zu werden, was nach der Diagnose zu tun ist, gibt es zum Beispiel hilfreiche Checklisten unter www.patient-als-partner.de/materialien . Ein Blick in den nebenstehenden Kasten eröffnet weitere Ansprechpartner. In Berlin gibt es zumindest für Krebspatienten eine Einrichtung, die der Hannoveraner Patientenuni ähnelt: das Onkologische Patientenseminar an der Charité. Krebspatienten organisieren dort für andere Erkrankte Selbsthilfegruppen und Seminare. Onkologen und Psychologen helfen dabei. Mehr: www.charite.de/ops/wassind/wer_sind_wir_.html. dma

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