• „Er ist einer von uns geworden“ Türkische Zeitungen feiern deutsche Politiker – und einen Österreicher

Berlin : „Er ist einer von uns geworden“ Türkische Zeitungen feiern deutsche Politiker – und einen Österreicher

Suzan Gülfirat

Der bekannteste Politiker für Leser türkischer Zeitungen dürfte gegenwärtig Özcan Mutlu sein. Der grüne Politiker aus dem Abgeordnetenhaus besucht derzeit zusammen mit Parteikollegen türkische Firmen in Brandenburg und die türkischen Blätter berichten jedes Mal auf ihren Europaseiten darüber. „Kampagne gegen Rassisten“ (Hürriyet) und „Besuch einer Firma als Antwort auf Rassismus“ (Milliyet) schrieben die Blätter am vergangenen Montag.

In der Türkiye war am Dienstag zu lesen, dass Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) die Redaktionsräume der Türkiye in der Hansestadt besuchte. Man unterhielt sich über das Thema Integration, schrieb die Zeitung in der bebilderten Geschichte. Am Donnerstag erfuhren wir auf der Titelseite der Europa-Beilage der Hürriyet Neues über Bremens Regierungschef Henning Scherf (SPD). „Er hat auf einer SPD-Veranstaltung die Liste der Kampagne für den Beitritt der Türkei in die EU unterschrieben.“ Die Hürriyet druckt fast täglich jene Listen für die „Eine-Million-Kampagne“ der „Vereinigung Europäischer Türken“ ab, die der Türkei in die EU verhelfen sollen. Ein türkischer Gast hatte sie dem SPD-Politiker gezeigt, wie auf den Fotos zu sehen war.

In dem Seitenaufmacher ging es jedoch um Jörg Haider, weil der Kärntner Landeshauptmann eine türkische Delegation empfing. „Haider ist einer von uns geworden“, freute sich Hürriyet. „Er hat gesagt, dass die Türkei ein Gewinn für Europa wäre.“ Auf einem der beiden Aufnahmen hielt der rechtspopulistische FPÖ-Politiker ein Trikot des Fußballclubs Fenerbahce Istanbul in den Händen und lachte. „Das hat ihm der Präsident von Fenerbahce Wien geschenkt. Haider ist jetzt ein Fenerfan.“ Die Zusammenarbeit mit türkischen Blättern gehört für Politiker aller Parteien längst zum Programm.

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