Berlin : Er ließ sich nie verbiegen

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Als „Empfang mit Ministerpräsident Er win Teufel “ war der Abend in der badenwürttembergischen Landesvertretung schlicht angekündigt, tatsächlich aber hatte Hausherr Rudolf Köberle den Berliner Abschied des aus dem Amt scheidenden Regierungschefs in Szene gesetzt. Unter den Gästen Bundestagspräsident Wolfgang Thierse , die CDU-Vorsitzende Angela Merkel , die ehemalige Verfassungsgerichtspräsidentin Jutta Lim bach , der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt , Nuntius Erwin Josef Ender und Unternehmer Peter Dussmann . Der frühere Bundeskanzler, Helmut Kohl , würdigte ErwinTeufel als einen Mann, der sich nicht habe verbiegen lassen, der Vertrauenswürdigkeit verkörpere und nie an einem Stuhl gesägt habe. Fleiß und ein bedächtiges Wesens zeichneten Teufel aus, so Kohl. Er habe in das Land Baden-Württemberg gepasst „wie gemalt“.

Erwin Teufel knüpfte in seiner Dankesrede an Kohls Bemerkung an, der ihn auch als deutschen Patrioten gewürdigt hatte. Seit Jahrzehnten sei er mit Gästen aus seinem Spaichinger Wahlkreis immer wieder nach Berlin gekommen und habe in den Jahren der Teilung regelmäßig auch den Ostteil der Stadt besucht. Heute kenne er sich so gut aus, dass er sich in Ost und West als Reiseführer betätigen könne. Der Ministerpräsident stellte im Rückblick auf sein politisches Wirken fest, der Widerstand im Dritten Reich, von dem er als Kind durch Bücher seiner Eltern erstmals erfuhr, habe ihn tief beeindruckt. Wohl auch deshalb seien für ihn die Aussöhnung mit Frankreich, Polen und Israel die großen Lebensziele gewesen. Mit Helmut Kohl würden ihn die gleichen Wertekoordinaten verbinden, der katholische Glaube und das Ringen um die politische Einheit Europas. Dieses Europa aber müsse ein Europa der Bürger sein. apz

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