• Er soll in Syrien gekämpft haben: Mutmaßlicher Berliner Terrorist schweigt vor Gericht

Er soll in Syrien gekämpft haben : Mutmaßlicher Berliner Terrorist schweigt vor Gericht

Ihr Papa töte Christen, soll ein Mädchen ihrer Lesepatin erzählt haben. Jetzt steht ihr Vater, Fatih K., im ersten Berliner Terrorprozess vor Gericht - und schweigt.

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Der Angeklagte Fatih K. vor dem Berliner Kammergericht.
Der Angeklagte Fatih K. vor dem Berliner Kammergericht.Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Ein Mädchen plauderte beiläufig über die Ferien. Sie würden in die Türkei reisen, wie das ablaufe, wisse sie aber nicht, da „Papa nicht normal verreisen“ dürfe. Ihrer Lesepatin soll die Kleine erklärt haben, ihr Vater töte Christen. Die Grundschule verständigte die Polizei. Das Mädchen ist die Tochter von Fatih K., 36, – einer der beiden Angeklagten im ersten Berliner Terrorprozess mit Bezug zum syrischen Bürgerkrieg. Zum Vorwurf der Mitgliedschaft in der in Syrien operierenden Terrorgruppe „Junud al Sham“ verweigerte er am Donnerstag vor dem Berliner Kammergericht die Aussage.

Im Juni 2013 soll der siebenfache Vater Fatih K. Deutschland verlassen haben. „In den Schulen seiner Kinder erfuhren wir, dass sie der Schulpflicht nicht nachkamen“, sagte ein Kriminalbeamter als erster Zeuge. Deshalb habe man Ermittlungen begonnen. Es stellte sich heraus, dass Fatih K. illegal ausgereist war. Laut Anklage soll er eine paramilitärische Ausbildung in Syrien absolviert, mit einer Kalaschnikow an Kämpfen gegen das syrische Militär teilgenommen und als Kameramann an Propagandafilmen mitgewirkt haben. Bei seiner Rückkehr am 26. September 2013 wurde er festgenommen.

Fatih K., ein Deutscher mit türkischen Wurzeln, war bereits 2011 zu 22 Monaten Haft verurteilt worden, weil er eine Terrorgruppe mit Geld unterstützt hatte. Er erklärte damals, der Dschihad sei ein Irrweg. Der Kriminalbeamte sagte nun, man habe im September 2013 – kurz nach der Rückkehr von K. – bei einer Durchsuchung in dessen Wohnung Indizien dafür gefunden, dass er sich nicht geändert habe. So sei ein USB-Stick mit in einem Kampfgebiet aufgenommenen Videos gefunden worden – und ein Foto, das K. mit einer Kalaschnikow vor einer schwarzen Flagge zeige. Abgebildet sei darauf auch der aus Frankfurt am Main stammende zweite Angeklagte.

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