Erfindungsreiche Langfinger : Wenn Diebe über Facebook den Einbruch planen

Gut erholt vom Strand nach Hause und bei der Heimkehr dann der große Schreck: Es waren Einbrecher da. Was tun, damit das nicht so leicht passieren kann? Lesen Síe hier einige Tipps, die vor Wohnungseinbruch schützen.

Simone Andrea Mayer/ dpa
Spurensicherung. Um Einbruchschäden ersetzt zu bekommen, müssen Betroffene die Polizei rufen.
Spurensicherung. Um Einbruchschäden ersetzt zu bekommen, müssen Betroffene die Polizei rufen.Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Dämmerung macht Einbrecher unsichtbar. Zumindest ereigneten sich fast zwei Drittel der rund 150 000 Wohnungseinbrüche im Jahr 2013 am späten Nachmittag, abends oder nachts. Zwischen 16 und 17 Uhr sind Einbrüche nach Informationen der Organisation Geld und Verbraucher (GVI) am häufigsten. Tipps zur Prävention:

Licht und Lärm machen

Licht machen: Einbrecher werden abgeschreckt, wenn man ihnen den Schutz der Dunkelheit nimmt. Bewegungsmelder an Leuchten am Hauseingang, Gartenweg und Kellerabgang enttarnen die Kriminellen. Aber man muss mit allen Tricks rechnen. Die Brancheninitiative Elektro+ rät daher, darauf zu achten, ob Bewegungsmelder im Außenbereich womöglich manipuliert wurden.

Lärm machen: Nichts ist abschreckender als eine Alarmanlage, die den Einbrecher auf frischer Tat ertappt. Aber fast noch besser sind die vermeintlichen Geräusche anwesender Bewohner. Daher rät die Initiative „Nicht bei mir!“ mit Zeitschaltuhren immer wieder Räume zu beleuchten oder das Radio anzumachen. Wer in den Urlaub fährt, sollte den Briefkasten regelmäßig leeren und die Rollläden hoch- und runterziehen lassen.

Keine Hinweise geben

Wer in den Urlaub fährt, sollte das nicht groß publik machen. Dazu gehört laut dem IT-Verband Bitkom, keine Infos über soziale Netzwerke zu verbreiten. Bereits vor der Abreise sollte man die automatische Standortübermittlung bei einem Posting deaktivieren. Sie kann Kriminellen Hinweise liefern, wo eine Wohnung leersteht. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rät, die Zeitung abzubestellen, den Anrufbeantworter nicht zu besprechen und blicksichere Kofferschilder zu benutzen: Einbrecher könnten am Flughafen die Adresse ablesen.

Sicherheitstechnik kaufen: Fast 40 Prozent aller Einbruchsversuche scheitern an der richtigen Sicherheitstechnik, erklärt die Initiative „Nicht bei mir!“ Wie widerstandsfähig Türen, Fenster und Rollläden sind, zeigen Klassen an: RC 2 empfiehlt die Polizei, RC 6 ist das Maximum. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Schlösser haben geschützte Profilzylinder, zusätzliche Zylinderabdeckungen, verlängerte Schließbleche, Einsteckschlösser und Hintergreifhaken. Die polizeilichen Beratungsstellen geben hierzu Auskunft. Aber nicht nur die Haupttüren und Fenster im Erdgeschoss müssen gesichert sein, auch Nebeneingänge und Zugänge zum Keller, Lichtschächte und Fenster in höheren Etagen. Leitern, Mülltonnen und Gartenstühle könnten eine Kletterhilfe sein.

Fenster und Türen zu!

Fenster schließen: Die tollste Technik hilft nichts, wenn die Bewohner einfachste Regeln nicht beachten: Wer die Wohnung oder das Haus verlässt, sollte alle Fenster schließen und die Türen absperren. Laut Experten kann sonst der Versicherungsschutz erlöschen. Auch sollten keine Schlüssel im Freien deponiert werden – Einbrecher suchen danach.

Für den Fall der Fälle: Kommt es zu einem Einbruch, sollten Hausbesitzer wissen, was gestohlen wurde. Am besten wird eine Inventarliste erstellt, sagt Siegfried Karle von der Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher. Die Liste sollte regelmäßig aktualisiert werden. Die Initiative „Nicht bei mir!“ rät, Bezeichnung, Hersteller und Marke, Registernummer, individuelle Merkmale, Neuwert sowie das Kaufdatum zu notieren und die Gegenstände zu fotografieren. Die Liste wird bei Verwandten, Freunden oder in einem Bankschließfach aufbewahrt.

Polizei rufen: Um Einbruchschäden ersetzt zu bekommen, verlangen Versicherungen die Meldung bei der Polizei, erklärt Siegfried Karle. Er rät, beim Abschluss einer Hausratversicherung auf Details wie den Unterversicherungsverzicht und auf eine dem Hausrat entsprechend hohe Versicherungssumme zu achten.

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