Berlin : Erfolg für Dauerdemonstranten: Wachsende Zustimmung für wöchentlichen Schulprotest

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Der Weddinger Gymnasiallehrer und Dauerdemonstrant Lutz Robrecht stößt zunehmend auf Unterstützung für sein Vorhaben, vom 18. Mai an einen wöchentlichen Protest gegen die Schulmisere zu organisieren. Gremien, Gewerkschaften und vereinzelte Kollegien haben signalisiert, dass sie sich für seine Idee einsetzen wollen.

Robrecht steht seit dem 4. April fast täglich vor dem Roten Rathaus. Zunächst gesellten sich nur Kollegen und Schüler seiner Lessing-Oberschule zu ihm. Dann knüpfte er Kontakte und beschloss, so lange täglich weiter zu demonstrieren, bis eine große Kundgebung im Wochenrhythmus zustande käme. Dies zeichnet sich jetzt ab. Geplant ist, immer donnerstags von 16.30 bis 17.30 Uhr zu protestieren.

"Die Probleme an den Schulen sind einfach nicht gelöst", begründet die Landesschulbeiratsvorsitzende Elisabeth Willkomm ihre Unterstützung. Sie bemängelt neben dem anhaltenden Unterrichtsausfall den häufigen Lehrerwechsel als Folge der knappen Personaldecke.

Auch die Gewerkschaften stehen der Aktion positiv gegenüber. Die GEW will über ihre Vertrauensleute an den Schulen auf das wöchentliche Vorhaben hinweisen. "Keine Frage, dass wir das richtig und wichtig finden", betont Sprecherin Sigrid Baumgardt. Offensichtlich macht Robrechts Ausharren Eindruck. Noch im April hatte GEW-Chef Ulrich Thöne auf die Frage nach Unterstützung für Robrecht geäußert, die GEW könne nicht "jeder spontanen Idee gleich folgen".

Der Verband Bildung und Erziehung will ebenfalls seine Mitglieder zur Teilnahme auffordern, kündigte der Vorsitzende Heiner Siewert an. Die Spandauer Lily-Braun-Schule hat von sich aus Robrecht kontaktiert. Die Schülerschaft plant für den 7. Juni eine eigene Demonstration.

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