Erfolglose Sekte : SPD: Berliner lassen Scientology auflaufen

Zu schnodderig: Die Berliner mit ihrer "großen Klappe" zeigen sich offenbar widerstandsfähiger, als Scientology sich erhofft hat. Trotz intensiver Bemühungen konnte die Sekte ihre Mitgliederzahl nicht wie geplant vervielfachen, berichtet die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Eine Entwarnung gebe es aber nicht.

Scientology Foto: dpa
Fehlinvestition? Die Berliner sind offenbar zu schnodderig für Scientology - keiner will mitmachen. -Foto: dpa

BerlinNach Ansicht der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus haben sich die Ausbreitungsbemühungen der umstrittenen Organisation Scientology in Berlin als "Flop" herausgestellt. Es sei der Organisation seit Eröffnung ihrer Zentrale in der Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg nicht gelungen, die Mitgliederzahlen wie geplant zu verdoppeln oder gar zu verdreifachen, erklärte SPD-Verfassungsschutzexperte Tom Schreiber. Ähnlich äußerte sich Stefan Barthel von der Leitstelle für Fragen zu Sekten und konfliktträchtigen Anbietern beim Senat. "Die Berliner Bürger mit ihrer großen Klappe lassen sich an den Scientology-Tischen nicht einlullen."

Laut Barthel haben allerdings 40 Prozent aller Anrufe in seiner Stelle in der Leitstelle Scientology zum Thema. Neben Beschwerden über aggressive Werbung gebe es Anfragen zu möglichen Beteiligungen von Scientology an Seniorenpflegeheimen und neugegründeten Privatschulen. Schreiber sagte, obgleich "dieses übelriechende Wirtschaftsunternehmen mit religiösem Anstrich mit seiner Aufschneiderei und Volksverdummung bei den Berlinern keinen Erfolg" habe, gebe es keine Entwarnung. Es müsse weiter über die Organisation aufgeklärt werden. Zum Beispiel in der türkischen Community. Gleichwohl halte er ein Scientology-Verbot für "abwegig".

Der für Ordnungsangelegenheiten zuständige Bezirksstadtrat in Charlottenburg-Wilmersdorf, Marc Schulte (SPD), in dessen Bezirk sich der Scientology-Sitz befindet, berichtet von regelmäßigen Prüfungen der Aktivitäten. Mit der Nutzung ordnungsrechtlicher Möglichkeiten sei seit der Eröffnung der Deutschland-Zentrale 2007 viel erreicht worden. Dazu zählten das Verbot für Heizpilze und Sitzgelegenheiten an Scientology-Ständen. Beschwerden gebe es jedoch regelmäßig von Radfahrern, die an der Otto-Suhr-Allee gezielt von Aktivisten blockiert würden. Dies sei Nötigung, die die Bürger anzeigen sollten. (jg/ddp)

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