Berlin : Erfolgreich in den Sand gesetzt

Elf Strandbars gibt es in der Stadt, aber seine war die erste: Christian Schulz ist Chef am Monbijoupark

Sebastian Leber

Die erste Strandbar war eine Notlösung. Vor vier Jahren brauchte das kleine Hexenkessel-Hoftheater im Monbijou-Park Platz für eine neue Bar, und die einzige Freifläche war eine sandige Brache nebenan am Spreeufer. „Uns blieb gar nichts anderes übrig“, sagt Christian Schulz, einer der Schauspieler des Theaters – und seitdem Besitzer der Strandbar Mitte.

Inzwischen gibt es in jeder deutschen Großstadt mindestens eine Strandbar. Alleine in Berlin sind es elf, die meisten eröffnen dieses Wochenende ihre Saison. Das Strandbar-Konzept ist denkbar einfach, findet Schulz: „Irgendwo in Ufernähe ein bisschen Sand hinschütten, Liegestühle dazustellen, kalte Getränke verkaufen – fertig.“ Der Trick sei, dass sich die Besucher durch Sand dem Wasser näher fühlten. Und der hektischen Großstadt ferner. „Mehr steckt nicht dahinter.“ Dass seine Idee innerhalb kurzer Zeit dutzendfach kopiert wurde, ist dem 36-Jährigen angeblich egal: „Kann man eh nichts gegen machen.“ Außerdem habe seine Strandbar noch den Vorteil, eng mit dem Hoftheater zusammenzuarbeiten. „Menschen halten sich gerne an Orten auf, wo sie theoretisch auch kulturellen Input bekommen könnten. Selbst dann, wenn sie niemals davon Gebrauch machen.“ Auch die anderen Berliner Strandbars versuchen sich durch spezielle Angebote von der Konkurrenz abzugrenzen: zum Beispiel durch kostenlose Livekonzerte, Tanzkurse oder Gymnastikstunden. Manche stellen Großbildleinwände auf und übertragen Sportveranstaltungen oder zeigen Filme.

Die Strandbar Mitte startet heute Abend ab 20 Uhr in die neue Saison. Mit demselben Konzept, derselben Bar und den gleichen Getränken wie in den Vorjahren. Nur ein paar Meter weiter in den Park hinein verlegt, wegen der Bauarbeiten an der Monbijou-Brücke nebenan. Dafür musste Schulz in den vergangenen Tagen mehrere Lastwagenladungen Sand bestellen, 200 Tonnen insgesamt. „Bei Preisen von sieben Euro pro Tonne kann ich das verkraften“, sagt Schulz. Das Geld wird er schnell wieder drin haben, vorausgesetzt, das Wetter spielt in den nächsten Tagen mit. Was das Strandbar-Getränk dieses Sommers wird, kann Schulz nicht sagen. „Aber weil die Weltmeisterschaft vor der Tür steht, würde ich mal auf Bier tippen.“

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