Berlin : Erfolgsmodell: Amt kommt zum Bürger

-

Beim Marktbummel gleich noch den neuen Führerschein oder Personalausweis beantragen? Nach den Vorstellungen des Spandauer Verwaltungsstadtrats Axel Hedergott (SPD) könnte das bald Wirklichkeit werden. Denn das vor 1000 Tagen gemeinsam mit Pankow als Pilotprojekt gestartete mobile Bürgeramt hat sich bewährt. Mittlerweile kommen auch in Lichtenberg die Beamten zum Bürger.

Rund 10 bis 15 Klienten kommen in Spandau zu den Sprechstunden. Sie finden zweimal monatlich in der Bücherei der Wohnsiedlung Heerstraße-Nord statt, in der viele Behinderte leben. Je einmal sind die Mitarbeiter im Seniorenzentrum des Evangelischen Johannesstifts und im Waldkrankenhaus.

Im Rahmen des Forschungsprojekts hat das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik ein Warteschlangenmanagement entwickelt. Kunden können die aktuellen Wartezeiten bei den Mobilen Bürgerämtern im Internet oder per SMS abfragen (www.berlin.de/mobued).

Hedergott denkt an eine Ausdehnung des Angebots auf weitere Krankenhäuser sowie auch auf Großbetriebe. Auch auf Großveranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt hält der Stadtrat einen Bürgeramtsstand für möglich. Allerdings müssen erst Fragen des Daten- und Kälteschutzes geklärt werden.

Für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, bieten Amtsleiter Peter Lenz und seine Kollegen auch Hausbesuche an. Allerdings ist jede Erweiterung des Angebots auch eine Frage des Personals. Denn die Bürgernähe kollidiert oft mit der geforderten Wirtschaftlichkeit.

Noch nicht im erhofften Maße genutzt werden die Samstagssprechstunden, die abwechselnd in einem von acht Bezirken stattfinden (Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Pankow und Reinickendorf haben an jedem Sonnabend ein Bürgeramt geöffnet). Gestern kamen in Spandau nur 20 Bürger, während es an Werktagen oft lange Warteschlangen gibt. du-

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben