Berlin : Erfurt ist uns ganz nahe

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„Wir trauern um zwölf unserer Kollegen, die während ihres Dienstes vor den Augen ihrer Schüler von einem ehemaligen Schüler hingerichtet wurden.“ Agathe Spielvogel von der Werner-Stephan-Oberschule sprach deutliche Worte bei der gestrigen Trauerfeier auf dem Gendarmenmarkt. Dem spontanen Aufruf von Schulleiter Siegfried Arnz waren mehr als 2 000 Schüler und Lehrer aus ganz Berlin gefolgt.

„Es macht uns betroffen, wenn Menschen, die mit Schülern arbeiten, ermordert werden“ sagte Arnz. Auch für ihn war der Amoklauf eine „gezielte Aktion gegen Lehrer“. Dabei dürfe man die Sekretärin nicht vergessen. Sie sei „oft Schnittstelle bei Konflikten“. Landesschulrat Hans-Jürgen Pokall und GEW-Chef Ulrich Thöne appellierten in kurzen Reden für mehr Miteinander im Schulalltag. „Wir müssen aufeinander zugehen“, sagte Pokall. Thöne sprach von „viel Zeit, die wir alle brauchen“. Auf den Stufen des Seiteneingangs zum Deutschen Dom, vor dem das Rednerpult aufgebaut war, hielten Lehrer ein schwarzes Transparent hoch, auf dem sie ihre Verbundenheit mit den Opfern von Erfurt zum Ausdruck brachten. Schüler trugen schwarze Fahnen und ein Holzkreuz mit dem Datum des Anschlags. Nach einer Schweigeminute zogen die Trauernden zur Landesvertretung Thüringens, um Blumen niederzulegen und sich in das Kondolenzbuch einzutragen. Auch im Kanzleramt wurde zur selben Zeit eine Schweigeminute abgehalten. oy

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