Berlin : Erholung auf die Schnelle

Suzan Gülfirat

Die Berliner haben in diesem Jahr offenbar nicht so viel Lust, während der Winterferien wegzufahren. "Wir haben weniger Nachfragen gehabt als im letzten Jahr", hieß es gestern gleich in drei Reisebüros des Anbieters Tui. "Insgesamt ist der Markt in Berlin ruhiger, als im vergangenen Jahr", ließ gestern auch Nina Dumbert von der Pressestelle von Neckermann-Reisen in Oberursel wissen. Knappe Kassen und die kurzen Winterferien scheinen vielen die Lust auf Winterreisen vermiest zu haben.

"Es lohnt sich in diesem Jahr kaum", sagte gestern eine Mutter, die sich an die langen Schulferien im Winter gewöhnt hatte. Für nur einige Tage Winterurlaub sei die Anfahrt zu teuer. In diesem Jahr fahre sie deshalb mit dem Auto ins Kleinwalsertal nach Österreich. Sie liegt damit im Trend: "Die Nachfrage nach Reisen mit dem Auto innerhalb Deutschlands und nach Österreich ist gestiegen", heißt es bei Neckermann-Reisen. Auch steige die Nachfrage nach City-Reisen und den Kanarischen Inseln.

Im vergangenen Jahr hatte die Senatsschulverwaltung die Ferien in den Ski-Monaten Januar und Februar von zwei Wochen auf eine Woche verkürzt. Dafür wird es in diesem Jahr erstmals im Anschluss an den Tag der Einheit am 3. Oktober gleichzeitig in Berlin und Brandenburg zwei Wochen Herbstferien geben. Beschwerden von Eltern wegen der kurzen Winterferien habe es nicht gegeben, sagte gestern Elisabeth Willkomm. Die Vorsitzende des Landesschulbeirates hatte im vergangenen Jahr an der Ausarbeitung der Ferientermine für die nächsten acht Jahre mitgewirkt. "Die Eltern wollten eher länger Weihnachtsferien haben", sagte sie. Das hätten vor allem die vielen Entschuldigungen um die Weihnachtsferien herum gezeigt.

Deshalb haben eher die Ski-Begeisterten Familien und Schüler das Nachsehen. "Wir haben in diesem Jahr aufgrund der kurzen Ferienzeit gar nicht für Ski-Reisen geworben", sagte gestern eine Mitarbeiterin beimReiseveranstalter "No Limits" in der Hildegardstraße in Wilmersdorf. "No Limits" ist spezialisiert ist auf Ski- und Snowboardreisen. Es gebe nur halb so viel Plätze wie im letzten Jahr. Dafür sei die Nachfrage von Familien nach Kurzreisen in die Alpen und nach Österreich gestiegen. Auch bei dem Reiseveanstalter Rainbow in Charlottenburg waren die Ski und Snowboardreisen schnell weg. "Schnee-Urlauber sind früher entweder in der einen oder in der anderen Woche wegfahren. Deshalb gab es für beide Wochen getrennt Angebote", hieß es dort. Jetzt sei die Hälfte der Angebote weggefallen. "Wir haben vor allem sehr junge Kunden, die die Ski und Snowboardangebote nutzen", so ein Mitarbeiter. Wer die Winterferien in den letzten Jahren zum Ski-Urlaub genutzt hatte, muss sich deshalb wohl oder übel an die neuen Ferientermine gewöhnen.

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