Berlin : Eric Schweitzer, IHK-Präsident

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Trotz dunklem Anzug, weißem Hemd und Krawatte – Deutschlands jüngster IHKPräsident wirkt wie ein frischer Junge, der gerade vom Joggen kommt. Dabei ist der Tag voll gestopft mit Terminen. Das neue Präsidentenamt fordert seinen Tribut. Ein bis zwei Tage pro Woche gehen jetzt der Geschäftsführung der Alba Gruppe verloren. Aber in dem Familienunternehmen läuft alles rund und auch Bruder Axel, Peter Kurth und Bernd Ranneberg kümmern sich um die Geschäfte (650 Millionen Euro Umsatz) und die 5000 Mitarbeiter.

Dass es einmal ein so bedeutender Laden sein würde, das hatte sein Vater, ein Bauingenieur, wohl kaum geahnt, als er 1968 im Wedding über einen großen Müllhaufen gestolpert war. Das war der Beginn einer Entsorger-Erfolgsstory. „Marktführer im Regionalmarkt“ ist der Anspruch. Heute kann es sich die Firma leisten, die Basketballer von Alba Berlin mit einem beträchtlichen Batzen zu sponsern. Mit der Alba-Gala sammeln die Schweitzers Geld für eine Tagesklinik und die Kinderkrebsklinik der Charité.

„Nichts ist schöner als Erfolg“, sagt Eric Schweitzer. Das hat er von den Eltern geerbt. Dem Vater wollte er beweisen, dass er sein BWL Studium an der FU Berlin in siebeneinhalb Semestern schaffen würde. Mit 22 Jahren war er fertig. Die Diss („Ordnungspolitische Probleme der Abfallwirtschaft“) brauchte zwei Jahre, 1990 war er Doktor. Als sein Vater unerwartet früh starb, musste er bei Alba an Deck.

Auch das „Unternehmen IHK“ wird seine feste Hand spüren. Sein Vorgänger Werner Gegenbauer hat dort schon kräftig aufgeräumt. Die heute noch 200 Mitarbeiter sollen „den Kundennutzen“ erhöhen, die Kammer zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen machen – trotz Pflichtmitgliedschaft. Die Beiträge sind bereits flexibel der jeweiligen Ertragslage der Firmenmitglieder angepasst. „Warum sollte es der IHK gut gehen, wenn es der Berliner Wirtschaft nicht gut geht?“, fragt der neue Präsident. Für Berlin-Brandenburg sieht Schweitzer enormes Potential. Das will er heben helfen – unter anderem auch durch Kooperationen über Verbands- und Landesgrenzen hinweg.

Heik Afheldt war Herausgeber von „Handelsblatt“, „Wirtschaftswoche“ und Tagesspiegel.

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