Berlin : "Erlebniswochenende": Marine erklärt Spandau den Krieg

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Das bevorstehende "Erlebniswochenende" wird zur Provinzposse. Die Marinekameradschaft Spandau hat ihr für Sonnabend und Sonntag zwischen Markt und Lindenufer geplantes, maritimes Volksfest abgesagt. Ihr Vorsitzender Ulrich Wetter droht, den Wirtschaftshof als Veranstalter des parallelen Altstadtfestes oder das Bezirksamt als Genehmigungsbehörde auf einen fünfstelligen Schadensersatz zu verklagen.

Zum Eklat kam es, als der Wirtschaftshof Stände auf dem Markt beanspruchte. Dort wollte der Sponsor der Marinefreunde, die Firma "Berlin Stars Catering", ein Bühnenprogramm organisieren und durch ein überwiegend gastronomisches Angebot finanzieren. Bedingung war die alleinige Nutzung des Platzes. Ulrich Wetter wirft dem Wirtschaftshof vor, gegen die ortsfremde Firma intrigiert zu haben. "Die wollten sich an unserem Bühnenprogramm bereichern", behauptet Berlin-Stars-Geschäftsführer Jürgen Wache.

Uwe Rösler vom Wirtschaftshof weist die Vorwürfe zurück. Die zusätzlichen Warenangebote seien eine Auflage des Senats als Voraussetzung der Genehmigung von Sonderöffnungszeiten für die Altstadt-Geschäfte am Wochenende gewesen. Man habe vorgeschlagen, mit den eigenen Ständen in die Carl-Schurz-Straße auszuweichen. Darauf habe die Marinekameradschaft ebenso wenig reagiert wie auf das Angebot zur Finanzierung der Musikgruppen nach dem Absprung des Caterers. Jetzt biete man zusammen mit der AG Altstadt ein eigenes Bühnenprogramm.

Beide Vereine organisieren nach langjährigen Querelen auch gemeinsam den Spandauer Weihnachtsmarkt. Daran hätte Berlin Stars ebenfalls Interesse, wie Jürgen Wache bestätigt. Im Bezirksamt räumt Veranstaltungskoordinator Lars-Peter Neunherz-Marx ein, dass der Erstauftritt des Caterers "durchaus Stirnrunzeln verursacht hat". Das Standproblem jedenfalls wäre am Montag gelöst gewesen. Die Kameradschaft veranstaltet jetzt nur noch ein Konzert am Freitagabend im Spandauer Kant-Gymnasium, der Marineball 2000 findet ohnehin in Tegel statt.

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