Berlin : Ermittlung gegen Ex-BSR-Chef

Verdacht der Untreue wegen Beraterverträgen

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Ermittlungen gegen den früheren Chef der Berliner Stadtreinigung, Gerhard Gamperl, und zwei ehemalige externe Berater wegen Verdachts der Untreue aufgenommen. Das bestätigte Justizsprecher Michael Grunwald. Dabei geht es dem Vernehmen nach um einen Betrag von 200 000 Euro, für die angebliche Leistungen erbracht worden sein sollen. Gamperl schloss insgesamt in seiner zweijährigen Amtszeit bis März 2006 Beraterverträge über 3,2 Millionen Euro ab.

Wirtschaftssenator und BSR-Aufsichtsratsvorsitzender Harald Wolf (Linke) hatte Gamperl im März 2006 entlassen, zwei Jahre vor Vertragsende. Der BSR- Chef soll seine Aufgaben nicht erfüllt haben. Zurzeit ist eine Zivilklage vor der 13. Kammer des Landgerichts anhängig: Gamperl klagt gegen die fristlose Kündigung durch den BSR-Aufsichtsrat. Außerdem fordert er Schadenersatzansprüche in Höhe von zwei Millionen Euro. Ursprünglich wollte das Landgericht im Mai seine Entscheidung fällen. Doch der Termin wurde vertagt. Möglicherweise platzt eine erneute Verhandlung im Januar: Gamperl hat inzwischen Befangenheitsanträge gegen drei Richter der Zivilkammer gestellt, wie eine Justizsprecherin bestätigte. Darüber soll zwar noch vor Weihnachten entschieden worden. Theoretisch kann dagegen aber Beschwerde eingelegt werden, über die erneut entschieden werden müsste. sib

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