Berlin : Ermittlungen gegen junge Hertha-Spieler

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit zwei Wochen gegen zwei Nachwuchsfußballer von Hertha BSC. Es geht um den Vorwurf der Körperverletzung. Die Beschuldigten – 18 und 19 Jahre alt – sollen einen Fußballer des Verbandsligisten SFC Stern 1900 am 17. November vergangenen Jahres geschlagen haben. Die beiden Jungfußballer spielen für Herthas Amateurmannschaft in der drittklassigen Regionalliga.

Es gibt zwei Versionen vom betreffenden Abend. Die eine geht so: Als Stern- Spieler G. nach dem Training nach Hause fahren will, warten vor der Sportanlage in Steglitz drei Männer auf ihn, die Gesichter hinter Skimasken verborgen. G. wird später von einem aufblitzenden Messer erzählen und einem heftigen Wortwechsel auf Türkisch. Augenzeugen berichten, dass G. Zuflucht in der Kabine der ersten Mannschaft gesucht habe. Dort hätten die Verfolger ihre Masken abgesetzt, um unter 15 Männern nach dem Spieler zu suchen. Auf diesen hätten sie eingeschlagen, worauf G. ein blaues Auge und eine verletztes Knie davontrug. Die Polizei wird informiert, vier Männer wollen zwei der jungen Hertha-Spieler erkannt haben. Am Tag zuvor haben die Teams im Pokal gegeneinander gespielt; es ist vom Ellenbogencheck des Stern-Spielers gegen einen der beiden Hertha-Spieler die Rede.

Die zweite Version geht so: Die Hertha-Spieler waren an jenem Abend nicht am Tatort. Beide würden ihre Unschuld beteuern. Einer sei im Kino, der andere mit seiner Freundin unterwegs gewesen. „Für uns gilt die Unschuldsvermutung“, sagt Herthas Sprecher Hans-Georg Felder. Der Fall liege fünf Monate zurück, „und unsere Spieler sind noch kein einziges Mal vernommen worden.“ Auch dazu könne man sich seinen Teil denken. Ermittler weisen zudem daraufhin, dass von einem Messer nicht mehr die Rede sei.

Der Fall wurde publik, weil die Hertha-Spieler am Freitag nicht zur Verhandlung des Sportgerichts des Berliner Fußball-Verbandes erschienen sind. Am 7. April steht ein neuer Termin an. AG/gol

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