• Ermittlungen in Westend: DRK-Klinik erneut unter Verdacht Vorwurf des Betruges auf Frühchenstation

Ermittlungen in Westend : DRK-Klinik erneut unter Verdacht Vorwurf des Betruges auf Frühchenstation

Wegen des Verdachts des Abrechnungsbetruges ermittelt die Staatsanwaltschaft erneut gegen das DRK-Klinikum Westend.

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In den DRK-Kliniken gibt es "Ungereimtheiten" bei der Abrechnung und Leistungserbringung. Foto: dapd
In den DRK-Kliniken gibt es "Ungereimtheiten" bei der Abrechnung und Leistungserbringung.Foto: dapd

Wegen des Verdachts des Abrechnungsbetruges ermittelt die Staatsanwaltschaft erneut gegen das DRK-Klinikum Westend. Der Frühgeborenenstation dort, dem so genannten Perinatalzentrum, werden „Ungereimtheiten“ bei Abrechnung und Leistungserbringung vorgeworfen. so sollen hoch riskante Schwangerschaften behandelt und abgerechnet worden sein, die eigentlich an die Charité hätten überwiesen werden müssen.

Die DRK-Kliniken bestätigten, dass das Klinikum am Montag vom Landeskriminalamt durchsucht wurde. Man habe Unterlagen zur Verfügung gestellt, sagte eine Sprecherin, und werde mit den Ermittlern „vollumfänglich kooperieren“. Die Untersuchungen liefen aufgrund der Anzeige einer Krankenkasse, sagte die Sprecherin, ohne die Kasse zu nennen. Da es ein laufendes Verfahren sei, werde man keine weiteren Angaben machen.

Das Perinatalzentrum des DRK-Klinikums Westend ist das zweitkleinste unter den neun Stationen in der Stadt, die extrem frühgeborene Kinder versorgen. Von 2007 bis 2011 kamen hier 56 Frühchen mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm zur Welt. Zum Vergleich: In den großen Perinatalzentren der Charité und des Vivantes-Klinikums Neukölln kamen im selben Zeitraum rund 1630 Frühgeborene zur Welt.

Für die Versorgung dieser sehr empfindlichen Patienten müssen sehr hohe technische und personelle Voraussetzungen erfüllt sein. Als der Gesetzgeber im Vorjahr den Versuch machte, die Versorgung von extrem frühgeborenen Kindern in großen Zentren zu konzentrieren, wehrten sich die kleineren Häuser dagegen juristisch mit Erfolg.

In einem weiteren Fall ermittelte die Staatsanwaltschaft seit 2010 gegen die DRK-Kliniken wegen des Verdachts des Abrechnungsbetruges. Danach sollen Assistenzärzte unberechtigt ambulante Facharztleistungen erbracht haben. Im Frühjahr war gegen Manager der Klinik Anklage erhoben worden.

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