Berlin : Ermittlungen: Keine Spuren nach Berlin

OD / fan

Die Durchsuchungen in Hamburg ergeben, "definitiv" keine Querverbindungen nach Berlin. Das erfuhr der Tagesspiegel jetzt aus Sicherheitskreisen. Die Vermutung war nach der Entdeckung einer Wohnung von mutmaßlichen Tatbeteiligten an den Anschlägen in den USA aufgekommen, da eine der Führungspersonen der Organisation "Al Qaida" des islamisch-fundamentalistischen Terroristen Osama bin Laden noch im vergangenen Jahr mindestens zwei konspirative Wohnungen in Wedding gemietet hatte. Zum Thema Online Spezial: Terror gegen Amerika
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Osama bin Laden: Amerikas Staatsfeind Nummer 1 gilt als der Hauptverdächtige Sicherheitsexperten schätzen, dass in Berlin 400 bis 500 gewaltbereite arabische Islamisten leben, die bislang kaum Straftaten begangen haben. Bin Laden gilt als Drahtzieher der Terroranschläge in den USA.

Nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden handelte es sich bei den seinerzeit in Berlin entdeckten Wohnungen um den Unterschlupf des im Juni 2001 im spanischen Alicante festgenommenen Mohammed Bensakhria. Bensakhria galt als der mutmaßliche Europa-Leiter von bin Ladens Terrororganisation "Al Qaida". Auf seine Spur waren die Sicherheitsbehörden Ende letzten Jahres durch einen Hinweis des französischen Geheimdienstes gekommen, der auf ein vierköpfiges Terrorkommando in Frankfurt/Main hinwies. Die Gruppe, deren Kopf Bensakhria gewesen sein soll, war daraufhin von Beamten der Anti-Terror-Einheit GSG 9 festgenommen worden. Den Männern wird vorgeworfen in Straßburg ein Sprengstoffattentat geplant zu haben. Ob allerdings die Terrorgruppe tatsächlich zur Organisation bin Ladens gehört, ist noch nicht beweisen.

Vor ihrer Festnahme war das Kommando den BKA-Ermittlungen zufolge wochenlang quer durch Deutschland gereist, um in Apotheken Chemikalien zur Sprengstoffherstellung zusammenzukaufen. Neben Hamburg, Stuttgart und Karlsruhe hatten sie dabei auch in Berlin Station gemacht. Bei der Durchsuchung der seinerzeit entdeckten Wohnungen von Mohammed Bensakhria hatte die Polizei damals auch Unterlagen beschlagnahmen können.

Die nach der Hamburger Polizeiaktion entstandene Befürchtung, die islamisch-fundamentalitische "Al Qaida" könne in der Stadt noch über weitere konspirative Wohnungen verfügen, hat sich nach Tagesspiegel-Informationen nun jedoch nicht bestätigt. Eine Spur, so der Sicherheitsbeamte, der nicht genannt werden will, gebe es lediglich in Nordrhein-Westfalen. Doch sei auch diese beim gegenwärtigen Erkenntnisstand als "eher vage" zu bezeichnen.

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