Berlin : Ermutigung

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Von David Ensikat

Kinder, ich muss heute früher los, ich schreibe mal schon jetzt. Um Fußball soll es gehen, wurde mir gesagt, Viertelfinale und so. Na gut: Es ist jetzt 13 Uhr 28, ein Spieler mit weißem Trikot hat gerade den Fußball über seinen Kopf geworfen, ich habe das gesehen, weil ich gerade am Bürofernseher vorbeikam, habe noch gefragt, wer denn die Deutschen seien, die Blauen oder die Weißen, ich muss das doch wissen, weil ich über Fußball schreiben soll, wurde angeblafft: die Weißen, Mensch, und begriff: Au Mann, die Leute müssen sich konzentrieren, sie opfern ja schon ihre kostbare Arbeitszeit. Moment mal. Am Fernseher brüllen sie jetzt. Scheint was geschehen zu sein . . . Moment . . . ah so: Tor für die Weißen. „Schöner Kopfball“, berichtet ein Kollege und wundert sich, dass mich das nicht so interessiert. Doch, doch, das tut es, ich muss ja drüber schreiben. Aber jetzt muss ich los. Na, das wird schon gut ausgehen. Für die Weißen. Oder?

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