Erneut Gedenken an getöteten Jusef : Arabische Vereine laden Freitag zur Kundgebung

Nach dem Freitagsgebet soll morgen erneut an den bei einer Auseinandersetzung in Neukölln erstochenen Jusef El-A. erinnert werden.

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23.03.2012: Tränen und Nachdenken. Das Deutsch-Arabische Zentrum hatte zur Gedenkveranstaltung für den 18-jährigen Jusef El-A. aufgerufen. Er war am vierten März bei einer Auseinandersetzung nach einem Fussballspiel in Neukölln erstochen worden.Weitere Bilder anzeigen
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23.03.2012 20:4723.03.2012: Tränen und Nachdenken. Das Deutsch-Arabische Zentrum hatte zur Gedenkveranstaltung für den 18-jährigen Jusef El-A....

Zu der Kundgebung aufgerufen hat das Deutsch-Arabische Zentrum (DAZ) für Bildung und Integration, das 16 arabische Verbände vereinigt. Unter dem Motto „Ein partnerschaftliches, gerechtes und gewaltfreies Zusammenleben aller Menschen aus verschiedenen Kulturen in Neukölln“ wolle man friedlich an den 18-Jährigen erinnern, sagte DAZ-Koordinator Ali Maarouf dem Tagesspiegel. „Um 15 Uhr sollen vor dem Neuköllner Rathaus ein Vertreter des Bezirksamts, Jusefs Mutter sowie der Imam Ferid Heider vom Islamischen Kultur- und Erziehungszentrum sprechen.“

Das Bezirksamt Neukölln hat allerdings eine Teilnahme an der Gedenkveranstaltung abgelehnt. „Wir haben ja der Familie schon unmittelbar nach dem Vorfall zu ihrem großen Verlust kondoliert und auch an der Trauerfeier für Jusef nach der Bestattung teilgenommen“, sagte Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU).

Angemeldet sind laut Polizei bislang nur 100 Teilnehmer. Aber das DAZ geht inzwischen davon aus, dass es mindestens 1000 werden. „Wir haben das über unseren Mailverteiler verbreitet und viele Reaktionen erhalten“, sagte Ali Maarouf. Bereits vergangenen Freitag sei in den Moscheen zur Teilnahme aufgerufen worden. Das würde diese Woche wiederholt. Er sei sicher, dass es friedlich bleibe, obwohl man die Kundgebung auch organisiere, weil es immer noch Unverständnis in der arabischen Bevölkerung gebe. Viele könnten nicht verstehen, dass der Mann, der Jusef erstochen hat, auf freiem Fuß ist, weil er nach jetzigen Erkenntnissen der Polizei in Notwehr handelte.

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