Berlin : Erneut Kopftuch-Fall in der Schule Kinder-Erzieherin durfte Arbeit

nicht antreten

-

Schulen sind laut Senatsbildungsverwaltung nicht dazu gezwungen, in ihren Schulstationen Erzieherinnen zu beschäftigen, die aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen Kopftücher tragen wollen. „Schulen können mit den Betreibern von Schulstationen vertraglich regeln, dass sie nur Erzieherinnen akzeptieren, die kein Kopftuch tragen, erläuterte gestern die Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung, Rita Hermanns. Wie gestern berichtet, ist der Berliner Ausländerbeauftragte Günter Piening strikt dagegen, Erzieherinnen wegen des Kopftuches abzulehnen.

Die Linie der Bildungsverwaltung war bekannt geworden, nachdem sich eine betroffene Erzieherin an Piening gewandt hatte. Anders als vom Tagesspiegel berichtet, trug sich der Vorfall aber nicht an der Kreuzberger Nürtingen, sondern an der Moabiter Carl-Bolle-Grundschule zu. Dort hätten sich „deutsche und türkische Eltern“ irritiert darüber gezeigt, dass eine Erzieherin mit Kopftuch in der Schulstation arbeitete. Aus diesem Grunde habe man den freien Träger gebeten, eine andere Erzieherin zu beschäftigen. Zudem habe es einen Fall an der Jens-Nydahl-Grundschule gegeben. Dort habe die Erzieherin die Arbeit aber gar nicht erst angetreten, weil die Schulleiterin sofort interveniert habe. Beide abgelehnten Erzieherinnen hätten durch ihre Träger einen anderen Praktikumsplatz erhalten, so Hermanns.

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) strebt ein Kopftuch-Verbot im öffentlichen Dienst an. Der Regierungspartner PDS lehnt dagegen ein Gesetz dazu ab. „Wir wollen nicht, dass ein Kopftuch-Verbot gesetzlich in Berlin geregelt wird“, sagte am Freitag der rechtspolitische Sprecher Klaus Lederer.Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben