Erneut Razzien : Polizei vereitelt Sprengstoffanschlag auf Rocker
01.08.2012 11:36 UhrBerlins Sicherheitsbehörden waren bereits alarmiert. Und ihre Befürchtungen vor einer Eskalation der Rockergewalt in Berlin scheinen sich zu bestätigen: Nur dank eines Tipps der Polizei aus Schweden konnte offenbar ein Bombenanschlag vereitelt werden. Ermittler gehen davon aus, dass Mitglieder der Bandidos einen blutigen Racheakt gegen Überläufer zum Konkurrenzklub Hells Angels in Berlin planten.
Und die Sicherheitsbehörden nehmen an, dass der Konflikt zwischen den Rockergruppen inzwischen weit über die Grenzen der Hauptstadt hinausreicht – denn die Order für das Attentat soll von der Europa-Führungsebene erteilt worden sein.
Seit Mittwochmorgen 6.00 Uhr werden auf Veranlassung der Berliner Polizei elf Objekte in Brandenburg, Sachsen und Baden-Württemberg durchsucht. Es handelt sich vorrangig um Wohnungen ehemaliger Mitglieder einer Ende Mai verbotenen Untergruppierung der Berliner Hells Angels. Durchsuchungen laufen in Cottbus, Eberswalde und Britz (Brandenburg), Bautzen, Chemnitz und Dresden (Sachsen) und Karlsruhe (Baden-Württemberg), wie ein Sprecher der Berliner Polizei auf sagte. Neben Wohnungen sei auch ein Vereinsheim in Chemnitz dabei.
Bildergalerie: Rockerkriminalität in Deutschland
In Brandenburg und in Baden-Württemberg waren die Einsätze laut Polizei nach etwa einer Stunde abgeschlossen. In Sachsen hielten sie am Vormittag vereinzelt noch an.
Es ging nicht um Festnahmen, wie der Sprecher sagte, sondern es sollte Vermögen der verbotenen Rockergruppe sichergestellt werden. Zugleich wollte die Polizei Erkenntnisse über grenzüberschreitende Strukturen und Immobilien gewinnen. Beschlagnahmt wurden nach bisherigen Erkenntnissen szenetypische Rockerbekleidung, die ebenfalls unter das Verbot fällt, und Unterlagen, die jetzt ausgewertet werden sollen.
Hintergrund der Razzien ist laut Polizei das Ende Mai von Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) erlassene Verbot der Ortsgruppe „MC Berlin City“ des Rockerclubs Hells Angels. Im Einsatz waren insgesamt 100 Beamte der jeweiligen Landespolizei, die Berlin Amtshilfe leisten.
Anfang Juli nahmen Polizeibeamte im Überseehafen Rostock drei Männer fest, ein Schwede, die anderen beiden stammen aus Mazedonien und Iran und leben mit Aufenthaltsstatus in Dänemark. Zwei sind Mitglieder der Bandidos, einer aus dem schwedischen Helsingborg, der andere von der Elitetruppe „Nomads“. Der dritte steht in enger Verbindungen zu dem Rockerklub. Sie waren mit einem Mietwagen aus Schweden unterwegs und mit der Fähre aus Dänemark gerade in Rostock angekommen, als die Polizei zuschlug. Im Gepäck fanden die Beamten drei Stangen Sprengstoff, insgesamt 700 Gramm, eine Sprengkapsel und schusssichere Westen. Die drei Rocker sitzen jetzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Rostock und das Landeskriminalamt (LKA) Mecklenburg-Vorpommern wollen sich wegen der laufenden Ermittlungen noch nicht äußern.












































