Eröffnung 2015 : Ein Schwimmbad für Prenzlauer Berg

Nach langen Verhandlungen ist das Stadtbad Oderberger Straße in Prenzlauer Berg verkauft worden. Die neue Schwimmhalle soll sich an den Bedürfnissen der Kiezbewohner orientieren, wie es sich die Bezirksverordnetenversammlung gewünscht hatte.

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Pool mit Parkett. In einem Jahr will der Investor mit der Sanierung des Stadtbads in der Oderberger Straße beginnen. Dann wird der Holzboden wieder aus dem Becken entfernt.Alle Bilder anzeigen
Foto: Paul Zinken
21.12.2011 10:02Pool mit Parkett. In einem Jahr will der Investor mit der Sanierung des Stadtbads in der Oderberger Straße beginnen. Dann wird der...

Am Dienstag unterschrieben die Inhaber der GLS-Sprachenschule den Kaufvertrag mit der bisherigen Eigentümerin, der Stiftung Denkmalschutz. Das marode Bad, das in den vergangenen Jahren nur Veranstaltungsort war, soll bis spätestens 2015 denkmalgerecht saniert sein. Dann sollen die Berliner in dem 25-Meter-Becken wieder schwimmen können. In den Seitengebäuden und im Haupthaus des Bades sollen 70 Hotelzimmer und zehn Unterrichtsräume entstehen. Die GLS vergrößert so ihren Campus, sie ist bereits in der benachbarten Kastanienallee 82 mit Sprachschule, Restaurant und Hotelgebäuden ansässig.

„Das wird ein Anliegerbad, keine Wellnessoase“, sagte GLS-Chefin Barbara Jaeschke. Bezirksverordneter Roland Schröder (SPD) und Jens-Holger Kirchner (Grüne), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, waren zufrieden mit der Entscheidung. „Solch ein Ort kann Prenzlauer Berg helfen, bevor er langweilig wird“, sagte Kirchner.

Dem Kauf gehen jahrelange Verhandlungen voraus. Eigentlich wollte die Stiftung an einen Investor verkaufen, der eine Wellnesslandschaft plante. Die Bezirksverordnetenversammlung Pankow hatte sich jedoch für das Konzept der GLS ausgesprochen, weil dieses kiezorientierter sei und den Schwimmbetrieb gewährleiste. Hätte die Stiftung nicht bis Jahresende verkauft, so heißt es, wäre das Gebäude wieder an den Liegenschaftsfonds als vorigen Eigentümer gegangen und hätte neu ausgeschrieben werden müssen. Denn das Bad wurde nicht saniert, was damals vertraglich vereinbart wurde. Weil nicht ins Gebäude investiert worden sei, wollte Jaeschke auch nicht den geforderten Preis von 500 000 Euro zahlen. Damals hatte die Stiftung 100 000 Euro bezahlt. Über den tatsächlichen Preis wurde Stillschweigen bewahrt, er dürfte jedoch unter der geforderten Summe liegen.

Insgesamt will die GLS zwölf Millionen Euro in das Objekt investieren. Es sollen auch eine Tiefgarage mit bis zu 40 Stellplätzen, eine Solaranlage und ein oder zwei Blockheizkraftwerke entstehen. Das Schwimmbecken soll komplett erhalten werden, das Bad für die Öffentlichkeit an mindestens fünf Tagen die Woche offen sein, der Eintrittspreis soll sich an dem der Bäderbetriebe orientieren. In einem Jahr soll in Abstimmung mit dem Denkmalschutz der Bau beginnen. Dabei soll so viel alte Bausubstanz wie möglich erhalten werden, wie die Fassade und alte Wannenbäder. Das Bad soll weiterhin für Veranstaltungen nutzbar sein. Bis die Arbeiter anrücken können, müssen allerdings noch drei Mieter, die in dem Komplex wohnen, ausziehen.

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