• Eröffnung der Israelischen Botschaft: "Ein Wunder, ein unverhofftes Geschenk der Geschichte"

Berlin : Eröffnung der Israelischen Botschaft: "Ein Wunder, ein unverhofftes Geschenk der Geschichte"

"Die sechs Säulen dieser Botschaft erinnern an die sechs Millionen Ermordeten. Diese Erinnerung und die Verantwortung, die aus ihr erwächst, wird Deutschlands Politik auch künftig, gerade auch von Berlin aus prägen.

Die Eröffnung dieser Botschaft ist ein Anlass zur Erinnerung, aber auch ein Anlass zur Freude und zur Zuversicht. Wer hätte am 9. Mai 1945 oder am 14. Mai 1948, dem Gründungstag des Staates Israel, zu hoffen gewagt, dass Deutschland und Israel 50 Jahre später eine enge und vertrauensvolle Partnerschaft verbindet, dass Israel Deutschland als seinen wichtigsten Partner nach den Vereinigten Staaten ansehen würde. Dass jüdische Gemeinden und jüdische Kultur in unsrem Land wieder wachsen. Nach den furchtbaren Verbrechen, die Deutschland gegenüber den Juden in Deutschland und Europa begangen hat, ist dies für uns wie ein Wunder, ein großes, ja ein unverhofftes Geschenk der Geschichte.

Früher lebten in Berlin 200 000 jüdische Menschen. Über Jahrhunderte bereicherten sie mit ihrer blühenden Kultur und ihrem Geistesleben diese Stadt, ja die deutsche Kultur. Heute ist die jüdische Gemeinde in Berlin, die am schnellsten wachsende in ganz Europa.

Umso mehr empört es uns, dass antisemitische und fremdenfeindliche Gewalttaten in Deutschland wieder zugenommen haben... . Die Antwort des deutschen Staates und der großen Mehrheit in unserer Gesellschaft ist eindeutig. Wir werden es nie wieder zulassen, dass Menschen in Deutschland auf Grund ihrer Religion, Hautfarbe oder Herkunft ausgegrenzt oder verfolgt werden.

Die besondere Verantwortung Deutschlands wirkt aber auch nach außen. Das entschiedene Eintreten für das Existenzrecht Israels und für das Recht seiner Bürger in sicheren Grenzen zu leben, bleibt ein unverrückbarer Pfeiler deutscher Außenpolitik.

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