Berlin : Eröffnung der Israelischen Botschaft: "Wir sind nicht verschwunden. Wir sind hier."

Das neue Gebäude, in dem die Botschaft von Israel in Berlin untergebracht ist, unterscheidet sich von allen anderen israelischen Botschaftsgebäuden auf der ganzen Welt. Obwohl dies kein heiliger Ort ist, werden die Menschen hier auf Zehenspitzen gehen. Auch wenn ihre Gesichter Zufriedenheit ausstrahlen, wird ihr Herz auch von Kummer erfasst werden.

Denn auch wenn das Gebäude neu und beeindruckend ist, wenn der Marmor und die Wände Licht verbreiten, umfasst es die Rufe, die Schreie aus der Vergangenheit. "Die Mörder haben einen Fehler begangen," schreibt Oz Zalzberger, "Die Toten können sprechen."

Es ist symbolisch und bedeutungsvoll, dass unsere Fahne heute in Berlin gehisst wird. Hier, wo die Nazis die Saat ihrer Doktrin ausgebracht und kultiviert haben. Von hier aus sind sie vorangeschritten, um das jüdische Volk auszurotten. An eben diesen Ort sind wir heute zurückgekehrt, um unsere Fahne zu hissen und allen Verschwörern des Bösen und allen, die auf der Suche nach dem Guten sind, zu sagen: Wir sind nicht verschwunden. Wir sind hier. Wir wurden vielleicht tödlich verwundet, aber wir haben überlebt und leben.

Wir sind heute hier, weil auch in Deutschland eine andere Generation herangewachsen ist, eine neue Generation. Eine Generation, die versteht, dass Ungeheuern der Vergangenheit nicht erlaubt werden darf, ihre Köpfe wieder zu erheben.

Verehrte Gäste, von hier aus möchte ich unseren deutschen Gastgebern sagen: Seit die diplomatischen Beziehungen zwischen unseren Ländern aufgenommen wurden und Bundeskanzler Adenauer und Israels Premierminister Ben Gurion erfolgreich eine Brücke über das Meer aus Blut, über den Abgrund der Zerstörung bauten, wurde das Verhalten Deutschlands uns gegenüber zu einer Verheißung, zu einem Versprechen.

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