Berlin : Erotik unverblümt

Indische Autorinnen lesen in Berlin

Karolina Kühn

In ihrer Heimat ist Shobha De ein Star – und dennoch lösen ihre spannenden Thriller Empörung aus, weil sie die weibliche Erotik unverblümt darstellen. Die Schriftstellerin aus Bombay bricht soziale Tabus. „Ehe ist gemeint für solche, die daran glauben, die sie wirklich wollen, die Spaß daran haben“, schreibt sie in ihrem Ehe-Ratgeber „Spouse“(„Ehegatte“ 2005). 10 000 Exemplare wurden alleine in den ersten drei Tagen nach Erscheinen verkauft.

Shobha De ist Model, Herausgeberin von Klatschmagazinen, Schriftstellerin, aber auch: Ehefrau, Mutter von sechs Kindern. Eine indische Frau zwischen Tradition und Moderne. Am morgigen Samstag wird sie gemeinsam mit drei weiteren Autorinnen im Museum für Indische Kunst aus ihren neuesten Werken lesen.

„Indische Frauen gelten als unterdrückt und unselbstständig – das ist jedoch nur ein Teil der Wahrheit“, sagt Kati Weise vom Museum für Indische Kunst. „Auf der anderen Seite stehen selbstbewusste Frauen, die als Wissenschaftlerinnen, Ministerinnen oder Autorinnen Karriere machen.“

Die weiteren Werke, aus denen am Samstag sowohl im Original als auch auf Deutsch gelesen wird, stammen von den Lyrikerinnen Anipindi Jayaprabha und Pravasini Mahkud sowie der feministischen Autorin Ruth Vanita. Aber auch über die Lesung hinaus können Besucher einen Einblick in das Land der Vielfalt gewinnen. So zeigt die Tänzerin Rajyashree Ramesh eine Performance. Führungen, ein indisches Buffet und ein Film über den Pfefferhandel runden das Indien-Event ab.

Beginn ist um 12.30 Uhr. Eintritt: 6 Euro für Erwachsene, 3 Euro ermäßigt, für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre frei. Für das Buffet müssen Besucher sich vorher anmelden: Tel. 6808 9344. Ort: Museum für Indische Kunst, Lansstraße 8.

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