Erotikshop für Frauen und Terre des Femmes kooperieren : Lust auf Emanzipation

Passt: Beiden geht es um selbstbewusste Frauen: Der "Fun Factory Store" in Mitte und die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes sind jetzt Partner im Kampf für Emanzipation.

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Auf dem Weg. Hier sind zwei Frauen mit Burka in Afghanistan unterwegs. Terre des Femmes setzt sich weltweit für die Gleichberechtigung von Frauen ein - und bekommt Unterstützung vom Erotikstore "Fun Factory" aus Berlin.
Auf dem Weg. Hier sind zwei Frauen mit Burka in Afghanistan unterwegs. Terre des Femmes setzt sich weltweit für die...Foto: AFP

Der Laden residiert wirklich mittendrin. In der Oranienburger Straße stoppen auch Luxuslimousinen neben Prostituierten. Berliner wie Touristen treten erst zögerlich in den stylishen Laden an der Ecke mit Erotikzubehör, um dann doch intensiv diverse Produkte gern auch für die weibliche Zielgruppe zu inspizieren.

Jetzt ging es recht offiziell zu im Flagship-Store der „Fun Factory Store“ an der Oranienburger Straße 92 gegenüber den Hackeschen Höfen. Laden-Managerin Sabine Weber übergab Christa Stolle, der Bundesverdienstkreuzträgerin und Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes, symbolisch mittels eines kleinen, branchentypischen Kunstwerkes mit Gravur die Spendensumme von 8850 Euro. Das Geld kam zusammen, indem die „Fun Factory“ auf Weihnachtspräsente an Geschäftskunden und -partner verzichtete, einen Teil der Erlöse aus dem Weihnachtsverkauf sammelte und einen Mitarbeiterflohmarkt zugunsten Terre des Femmes veranstaltet hatte.

Mit der Spende solle dagegengewirkt werden, dass Frauen „auch heute noch massiv diskriminiert, zu Opfern sexualisierter Gewalt und des Menschenhandels werden, obwohl die Gleichberechtigung in den Verfassungen vieler Länder der Welt verankert ist“, so formuliert es der Geschäftsführer des Herstellers mit Sitz und Manufaktur in Bremen, Dirk Bauer. Es gehe auch um das Recht von Frauen auf eigene Sexualität, betonte Unternehmenssprecherin Kristy Stahlberg.

Gut, dass auch die Erotikbranche sich emanzipiert, engagiert und Sinnfragen stellt. Und andere Unternehmen aus der Sexindustrie sollten dem Charity-Beispiel folgen. Denn in dieser Branche wird richtig Geld gemacht, und das Hilfepotenzial ist riesig.

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