Berlin : Ersatz für kranke Lehrer

Rot-Rot will Unterrichtsausfall eindämmen Schulleiter fordern mehr Macht in Personalfragen

Sabine Beikler

Die Berliner Schulen sollen bei Unterrichtsausfällen schneller auf Vertretungslehrer zurückgreifen können. Dauerkranke Lehrer sollen in einer gesonderten Statistik aufgeführt werden und nicht mehr in der Quote für die Lehrerausstattung an den Schulen berücksichtigt werden. Darauf verständigten sich dem Vernehmen nach SPD und PDS während der Gespräche in ihrer Verhandlungsgruppe zur Bildungspolitik. Wie die Realisierung eines Vertretungspools aussehen könnte, ist ebenso wie die Finanzierung allerdings noch offen. Ende kommender Woche will Rot-Rot ein bildungspolitisches „Gesamtpaket“ verabschieden.

Die Berliner Schulleiterverbände haben sich indes mit konkreten Forderungen an die Koalition gewandt. Die Schulen bräuchten bessere Planungsbedingungen mit verlässlichen Finanzmitteln und einer Personalzuweisung bis spätestens zum 1. Juni eines Jahres. Auch Neueinstellungen müsse der Senat finanzieren, um die Abwanderung von qualifizierten, jungen Lehrern in andere Bundesländer zu verhindern und den Mangel an Fachlehrern auszugleichen.

Außerdem fordern die Schulleiter mehr Eigenverantwortung zum Beispiel bei der Personalauswahl und ein umfangreiches Sanierungsprogramm für alle Schulen.

Die rot-rote Verhandlungsgruppe über Bund, EU und Medienpolitik hat ihre Eckpunkte bereits erarbeitet, über die am Montag in der großen Koalitionsrunde verhandelt wird. Wie aus Verhandlungskreisen zu erfahren war, sollen verstärkt Mitarbeiter in den Verwaltungen eingesetzt werden, die sich im Umgang mit EU–Richtlinien oder Fördermitteln besonders auskennen. Bei der Entwicklung der Berlin-Brandenburger Oderregion sei es zum Beispiel notwendig, dass die Fachleute in den Verwaltungen auch polnisch sprechen können und mit ihren Kollegen im Nachbarland ohne Sprachbarrieren kommunizieren können.

Weiterhin soll der öffentlich rechtliche Rundfunk in Berlin gestärkt werden. Wie aus Verhandlungskreisen weiter zu erfahren war, soll sich der Senat besonders um die Entwicklung der Nalepastraße als Medienstandort stark machen.

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