Ersatz für marode Häuser : TU sieht Probleme beim Tegel-Campus

Die Gebäude der Technischen Universität (TU) sind marode, als mögliche Lösung ist ein Umzug nach Tegel im Gespräch. Doch der Uni-Präsident sieht die Pläne kritisch.

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Visionen für einen Flugplatz: Hier könnte bald Studenten lernen.
Visionen für einen Flugplatz: Hier könnte bald Studenten lernen.Simulation: promo/Senatsverwaltung

In der Debatte über Erhaltung und Entwicklung des Hochschulstandortes für die Technische Universität (TU) in der City-West unterstrich Präsident Jörg Steinbach die Probleme eines möglichen Umzugs in den geplanten Technologiepark Tegel. Wie berichtet, hatte etwa der Stadtplaner und Ex-Bundesbaumanager Florian Mausbach den Aufbau eines TU-Außenstandortes in Tegel angeregt. Auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte Gespräche mit Hochschulen geführt – darunter Beuth-Hochschule und Technische Universität – darüber, welche Bereiche „fachlich zum Technologiepark Tegel passen könnten“.

Dort soll eine „wissenschaftliche Keimzelle“ entstehen, die zur angestrebten Entwicklung und Produktion von urbanen Technologien passt – dazu können Verkehrs- und Entsorgungstechnik zählen oder Dämmtechnik. Steinbach zufolge müsse aber erst die „Patchwork-Situation“ bei den Airport-Grundstücken geklärt werden. Nur ein Teil des Areals gehört Berlin, der andere dem Bund.

Umbaupläne für die City West
Geht es nach den Architekten Jan Kleihues und Ex-Bundesbaumanager Florian Mausbach wird City-West nördlich vom Bahnhof Zoologischer Garten zum neuen Quartier mit sechs 60 bis 160 Meter hohen Türmen umgebaut. Es soll eine „gesunde Berliner Mischung“ aus Wohnbauten, Bürogebäuden und Geschäftshäusern geben.Alle Bilder anzeigen
1 von 7Foto: Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH
14.02.2013 09:16Geht es nach den Architekten Jan Kleihues und Ex-Bundesbaumanager Florian Mausbach wird City-West nördlich vom Bahnhof...

Zudem betonte Steinbach, dass es in absehbarer Zeit nicht zu einer Hochschulnutzung von Tegel kommen werde. Dagegen habe die TU einen dringenden Bedarf, kurzfristig neue Flächen für den Ersatzbau des sanierungsbedürftigen Mathematik-Gebäudes zu schaffen sowie für Kooperationsprojekte. Auch plant der Bund, den Nordteil von Tegel für eigene Flugverbindungen weiter zu nutzen. Die Bundeswehr will ihren aktuellen Flugstandort dort auch nach der TXL-Schließung zumindest mit Helikoptern weiter nutzen. Dies betreffe aber nicht die gegenwärtig und bis zur Eröffnung des Großflughafens BER für die zivile Luftfahrt genutzten Landebahnen.

Konzepte für den Flughafen Tegel
Alles Öko. Das Architektenbüro gmp entwarf einst den Flughafen Tegel und wirbt nun für eine dortige „Stadt der Zukunft“, in der sich alles um erneuerbare Energien dreht. Dieser Entwurf des Architekturbüros gmp sieht eine enge Bebauung entlang der beiden Rollbahnen vor, der Tegeler Forst würde erweitert.Weitere Bilder anzeigen
1 von 10Simulation: Promo
08.01.2012 15:25Alles Öko. Das Architektenbüro gmp entwarf einst den Flughafen Tegel und wirbt nun für eine dortige „Stadt der Zukunft“, in der...

Laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung „hat niemand die Absicht, den Masterplan und eine Nutzung des Areals auch für den Hochschulcampus der TU in der City-West grundsätzlich infrage zu stellen“. Die TU hat nach eigenen Angaben einen massiven Sanierungsstau bei den eigenen Gebäuden. Besonders stark betroffen sei das Mathematik-Gebäude, wo in einigen Räumen sogar Wasser durch das undichte Dach tropfen soll. Der auf dem Universitätscampus der City West geplante Ersatzbau sei als Investition mit Vorrang bei der Bildungsverwaltung beantragt worden. Ob das rund 70 Millionen Euro teure Bauprojekt als Investition für die kommende Haushaltsplanung angemeldet wird, hänge von der Senatsverwaltung für Bildung ab.

Zuständig für die Bundesflächen beim Airport Tegel ist die bundeseigene Bima. Diese bietet Bundesflächen meist zum höchsten Preis bei Bieterverfahren an. Der Senat will mit seinem Technologiepark aber Arbeitsplätze schaffen und zu diesem Ziel könnten schon mal Grundstücke an wichtige Mieter unter Verkehrswert gehen. Die Bima beantwortete eine Anfrage bisher nicht. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erklärte, es gebe eine Vereinbarung zwischen Land und Bund über eine gemeinsame Entwicklung von Tegel zum Technologiestandort.

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