• Erst 2020 wäre die Strecke fertig - Bahnexperte: Für Halbierung der Reisezeit neue Trasse nötig

Berlin : Erst 2020 wäre die Strecke fertig - Bahnexperte: Für Halbierung der Reisezeit neue Trasse nötig

Die Diskussion über die Streckenführung des geplanten Hochgeschwindigkeitszuges ICE zwischen Hamburg und Berlin geht weiter. Der Chef des Instituts für Bahntechnik an der Technischen Universität Berlin, Peter Mnich, warf Landespolitikern im Norddeutschen Rundfunk gestern vor, "unrealistische Vorstellungen über die künftige Reisezeit zwischen beiden Metropolen" zu verbreiten. Die von den Regierungschefs der norddeutschen Länder favorisierte Reisezeit von 70 Minuten sei nur auf einer völlig neuen Trasse möglich. Ein "Herumdoktern an vorhandenen Trassen" bringe nichts.

Der ICE brauche einen für Hochgeschwindigkeit tauglichen Fahrweg und eine eigene Trasse ohne Regional- und Güterverkehr, sagte Mnich weiter. Schließlich fahre auch niemand mit einem Traktor auf der Autobahn. Nur auf einer Strecke mit komplett neuem Fahrweg könne eine Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern erreicht werden. Das müsse das Ziel sein, um die Reisezeit zwischen beiden Metropolen von derzeit 2 Stunden und 19 Minuten zu halbieren. Eine komplett neue Hochgeschwindigkeitsstrecke könnte aber nicht vor dem Jahr 2020 fertiggestellt werden, sagte der Verkehrsexperte. Selbst der Ausbau der vorhandenen Trasse über Ludwigslust dauere vier bis sechs Jahre.

Die Ministerpräsidenten der norddeutschen Länder hatten am Freitag in Hamburg eine ICE-Verbindung zwischen Hamburg und Berlin über Ludwigslust gefordert. Außerdem wollen die fünf SPD-regierten Länder im Norden erreichen, dass gleichzeitig mit der Planung und dem Ausbau einer südlichen Trasse von Hamburg über Lüneburg, Uelzen und Stendal nach Berlin zur ICE-Hochgeschwindigkeitsverbindung begonnen wird.

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