Berlin : Erst 2700 Anträge für den kleinen Waffenschein

Geringe Resonanz auf das neue Waffengesetz

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Die Berliner reagieren auf das seit drei Monaten gültige Waffengesetz nach Meinung eines LKAExperten nur zögerlich. „Wir haben mit einer besseren Resonanz gerechnet und hoffen, dass es jetzt weiter vorwärts geht“, bilanzierte Polizeiamtsrat Martin Kurras. Seit die neue Regelung am 1. April in Kraft getreten ist, sind rund 2700 kleine Waffenscheine in Berlin beantragt worden. Diese sind nun für das öffentliche Tragen von Gas- und Schreckschusswaffen erforderlich. Gerechnet wurde mit rund 15 000 Anträgen, sagte Kurras. Beim Landeskriminalamt leitet er das Sachgebiet „Kleiner Waffenschein“.

Auch von der Amnestie-Möglichkeit für illegale Waffenbesitzer hätten bisher nur wenig Berliner Gebrauch gemacht. So seien 42 von den nun verbotenen Stichwaffen wie Butterfly-, Spring- und Faustmesser abgegeben worden. Außerdem wurden 146 Stück scharfe Munition und vier geladene Schusswaffen in Polizeiwachen gebracht. „Die Dunkelziffer bei den illegalen Waffen ist dagegen groß“, sagte Kurras.

Anlaufschwierigkeiten gab es aber auch bei der Polizei. Laut Kurras konnten die ersten kleinen Waffenscheine erst zweieinhalb Monate nach In-Kraft-Treten des Gesetzes ausgestellt werden. Die Bearbeitung dauere sechs bis sieben Wochen. Bisher wurden rund 920 Genehmigungen ausgestellt, fünf wurden wegen Zweifels an der „Zuverlässigkeit und Eignung“ der Antragsteller versagt, sagte Kurras. Langfristig gehe er aber von einer positiven Entwicklung aus, die sich auf die öffentliche Sicherheit auswirken könne und die Jugendkriminalität sinken lasse. „Wir hoffen auch auf eine Wirkung bei der Kleinkriminalität“, sagte der Experte. Schon jetzt reagierten Lehrer sensibler, wenn Schüler Messer und ähnliche Waffen mit in die Schule brächten. Es seien seit dem 1. April auch immer wieder erlaubnisfreie Munition und Waffen bei der Polizei abgegeben worden. „Das ist ein guter Anfang. Es zeigt, dass sich die Bürger mit dem Gesetz beschäftigen, weil sie sich nicht strafbar machen wollen“, sagte der Waffen-Experte. dpa

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