Berlin : Erste Fußballschule: In Köpenick können Kinder kicken lernen

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Der Bezirk ist am Ball - und hat gestern offiziell die erste Fußballschule Berlins eröffnet. Seit zwei Jahren laufen schon die Vorbereitungen für das Projekt. Nachdem man im Landesschulamt anfangs Bedenken gegen das Vorhaben geäußert hatte, suchten die Initiatoren andere Mitstreiter. So wird die Fußballschule für drei Jahre vom Arbeitsamt finanziell unterstützt. Wie es dann weitergeht, ist noch unklar.

Doch der Bezirk und die beteiligten Vereine sind sich sicher, dass der Ball auch danach weiter rollt. Zunächst wird es so sein, dass fußballbegeisterte Jungen und Mädchen nach dem Unterricht das Kicken lernen können. Vier Köpenicker Grundschulen bieten das Training an. Das "Stammhaus" wird die sportbetonte Müggelschlösschen-Grundschule sein, die sich seit mehreren Jahren auf Leichtathletik spezialisiert hat.

Erfahrene Trainer und Assistenten, die meisten kommen vom Köpenicker Fußballclub Union, bringen den Grundschülern das Einmaleins des Fußballspielens bei. Bestimmte körperliche Voraussetzungen müssen nicht mitgebracht werden. "Wir nehmen jeden, der mit Spaß bei der Sache ist", sagt Projektleiter Joachim Sigusch. Rund 400 Anmeldungen gibt es schon.

Der zehnjährige Marcus Schuster gehört dazu und trainiert ein bis zwei Mal wöchentlich. "Es ist mein Hobby und macht Riesenspaß." Natürlich möchte er "ein echter Profi" werden. Davon träumt auch Olivia Roder: "Jonglieren kann ich schon ganz gut", sagt das Mädchen, das durch ihren Freund in die Mannschaft gekommen ist.

Der vom Bezirksamt eingesetzte Projektträger, der Köpenicker SC wird genau wie der FC Union auf Talentsuche gehen. Geplant ist, die Besten irgendwann in einem Verein spielen zu lassen. "Wir wollen auf jeden Fall die Fußballschule qualifizieren und später einmal das Training auch während des offiziellen Unterrichts anbieten", kündigt einer der beiden Initiatoren, Schulamtsleiter Dieter Usemann, an.

Entstanden ist die Idee übrigens während einer Altherren-Fußballmeisterschaft, an der die Betriebssportgemeinschaft des Bezirksamtes regelmäßig teilnimmt. "In Brasilien haben wir so etwas gesehen und wollten es auch bei uns umsetzen", erinnert sich Usemann. Begeistert vom Anpfiff zeigte sich gestern auch der Präsident des Berliner Fußballverbandes, Otto Höhne. Und er versprach, das Projekt zu unterstützen. "Es hat Modellcharakter und sollte auch von anderen übernommen werden."

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