Berlin : Erste Pläne für Opus-Dei-Schule vorgestellt

Claudia Keller

Potsdam/Berlin - Am Montagabend bekam das geplante Opus-Dei-Gymnasium in Potsdam zum ersten Mal ein öffentliches Gesicht. Fünf Herren stellten in den Räumen des Berliner Erzbistums die Pläne für das Jungengymnasium im Bornstedter Feld in Potsdam vor: der Vorsitzende der Elterninitiative, ein Opus-Dei-Priester, der Leiter eines Opus-Dei-nahen Mädchengymnasiums in Nordrhein-Westfalen, ein Berliner Rechtsanwalt und ein Architekt. Die 50 Eltern, die auf Einladung der Katholischen Erziehergemeinschaft Berlin-Brandenburg ins Bernhard-Lichtenberg-Haus in Mitte gekommen waren, konnten in einer Präsentation rote Backsteingebäude besichtigen. Die ehemalige preußische Kaserne soll für eine „angenehme und anregende Schulatmosphäre“ sorgen.

Wodurch sich das Jungengymnasium inhaltlich von anderen katholischen Schulen unterscheiden wird, war den Herren schwerer zu entlocken. Der Sport soll eine wichtige Rolle spielen, die katholische „Glaubens- und Sittenlehre“ die Grundlage der Erziehung sein, die Eltern besonders viel mitarbeiten. „Natürlich unterrichten wir die Evolutionstheorie, aber keinen Evolutionismus“, sagte Opus-Dei-Priester Wolfgang Weber. Worin der Unterschied bestehe? „Man wird die Evolutionstheorie darlegen. Aber man wird da vielleicht Fragezeichen setzen, wie bei allen Theorien.“ Dass in den Schriften des Opus-Dei-Gründers Josemaria Escrivá an verschiedenen Stellen von blindem Gehorsam die Rede ist oder von der „Segnung des Schmerzes“, sei zwar richtig, so Weber, aber das habe nichts mit dem Schulbetrieb zu tun.

Ende Februar erwartet die Elterninitiative einen Bescheid des Brandenburger Bildungsministeriums darüber, ob eine reine Jungenschule nach dem Brandenburger Schulgesetz zulässig ist. Bis zum Herbst sollen Schulräume auf dem Ruinenberg so weit fertig sein, dass der Betrieb beginnen kann. Die Lehrer für die zwei geplanten siebten Klassen mit jeweils 25 Schülern sollen aus dem Opus-Dei-nahen Mädchengymnasium in Jülich kommen. Allerdings mangelt es noch an einer entscheidenden Sache: Geld. „Die Finanzierung ist noch ein Problem“, sagte der Vorsitzende des Trägervereins. Rund 20 Millionen Euro werden noch gebraucht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar