Berlin : Erster deutscher Shaolin-Tempel: Mönche ziehen in Konsummeile

Der Shaolin-Tempel online: www.sltd.de

Der erste deutsche Shaolin-Tempel eröffnet am Wochenende am Kurfürstendamm 102 nahe der Joachim-Friedrich-Straße. Am Freitag gibt es eine Zeremonie für geladene Gäste: Mönche aus China zeigen ihre Kung-Fu-Künste zu buddhistischen Klängen. Mit dabei ist der Abt Shi Yong Xin, das Oberhaupt des Zen-Buddhismus. Am Sonnabend und Sonnabend gibt es Tage der offenen Tür. Dabei soll ein chinesischer Drachentanz im Freien die Passanten anlocken.

Von außen erinnert nichts an einen Tempelbau. Dafür sind die Räume in dem Bürohaus mit Wandmalereien und Kung-Fu-Bildern geschmückt. Am Eingang gibt es eine Galerie, die auch für den Verkauf von Devotionalien und Kung-Fu-Artikeln genutzt wird. Am 1. August beginnt eine Ausstellung mit Figuren der berühmten Terrakotta-Armee des Kaisers Qin Shihuang Di.

Formal ist der Tempel eine GmbH, die der 37-jährige Rainer Deyhle zusammen mit dem Shaolin-Kloster in der chinesischen Provinz Henan gegründet hat. Mönche werden Jugendliche und Erwachsene in Kung Fu, Tai Chi und traditioneller chinesischer Medizin unterrichten. Jede Trainingsstunde kostet 20 Mark. Außerdem dient der Tempel als Gebetshaus. "Wir richten hier nicht einfach eine Kampfschule ein, sondern eine kulturelle Begegnungsstätte", sagt Deyhle. Vor 13 Jahren lebte er sechs Monate lang im Kloster in Henan. "Die Zeit hat mein Leben verändert." Langfristig möchte Deyhle einen traditionellen Tempel bauen. "Aber dafür ist die amtliche Zulassung als religiöse Gemeinschaft notwendig.". Leider sei dies "ein bürokratisch langwieriger Prozess".

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