Berlin : Erster Heimvergleich Deutschlands

Heidi Knake-Werner[Arbeit],Senatorin für Integration[Arbeit],Soziales

Wie finde ich ein gutes Heim? Immer wieder werden wir um Auskunft gebeten. Zwar gibt es in Berlin gute Beratungsangebote wie die „Koordinierungsstellen Rund ums Alter“, doch die Vielfalt der Angebote kann in der Entscheidungssituation verwirrend sein. Vor dem unverzichtbaren Besuch im Pflegeheim braucht es eine Vorauswahl nach Qualitätskriterien.

Ein halbes Jahr lang hat der von mir initiierte „Runde Tisch Pflegequalität“ eine Transparenzoffensive diskutiert. Um mehr Durchblick in der stationären Pflege zu erreichen, haben sich der runde Tisch, der Landespflegeausschuss und die Heime auf einen „Freiwilligen Qualitätsbericht“ verständigt, der die individuellen Stärken und (partiellen) Schwächen der 290 Berliner Pflegeheime vergleichbar macht.

Die tabellarische Aufbereitung dieser Daten in der neuen Tagesspiegelserie ist ein guter erster Überblick über die Leistungskraft und Ausstattung der Berliner Pflegeheime. Als zweiten Schritt werden wir noch in diesem Jahr die freiwilligen Transparenzfragebögen auf der Internetseite des Senats veröffentlichen. Viele Informationen darin werden die Tagesspiegel-Tabellen vertiefen und zum Beispiel einen Überblick über therapeutische Spezialangebote erlauben. Für diesen mutigen Schritt möchte ich mich auch bei den Einrichtungen bedanken.

Der Pflegeheimvergleich und die Transparenzoffensive sind wichtige Schritte – und trotzdem nur ein Anfang. Im nächsten Jahr soll eine Datenbank mit komfortablen Suchfunktionen verfügbar sein.

Die Kooperation mit dem Tagesspiegel hat auch praktischen Einfluss auf die Qualitätsberichte der beteiligten Einrichtungen. In so einem bundesweit einmaligem Projekt sind wir alle Lernende. Bislang war Transparenz unter Fachleuten angesagt – nun kommt der mündige Verbraucher hinzu. Diese Transparenz verbessert die Grundlagen für einen Wettbewerb zwischen den Heimen, der sich an wichtigen Qualitätsmerkmalen orientiert. Nutznießer dieses Qualitätswettbewerbs sind in erster Linie die Heimbewohnerinnen und -bewohner, ihre Angehörigen und die Pflegekräfte. Und das ist richtig so.

Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Tagesspiegels für ihr großes Engagement beim ersten Pflegeheimvergleich Deutschlands.

Heidi Knake-Werner, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales

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