Berlin : Erstochen, zerstückelt und verscharrt 20-Jährigerangeklagt wegen Mordes

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Er hat sein Opfer mit Stichen in den Hals getötet, die Leiche zerstückelt und mit dem Fahrrad transportiert. Äußerlich emotionslos sprach Moammar J. vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts über das grausame Verbrechen. „Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, die Leiche zu zerteilen“, sagte der 20Jährige. Er muss sich seit gestern wegen Mordes an seinem väterlichen Freund Ali H. verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte den Diebstahl einer EC-Karte vertuschen wollte.

Der Deutsch-Jordanier J. und der 65-jährige Tunesier H. hatten sich in einem Lokal kennen gelernt. Da war der in Deutschland geborene, aber in Jordanien aufgewachsene J. erst ein paar Monate wieder in Berlin. Der neue Freund, ein ehemaliger BMW-Mitarbeiter, kümmerte sich um ihn und ließ ihn vorübergehend in seiner Spandauer Wohnung übernachten. Doch dann hob Moammar J. mit der EC-Karte des Kumpels heimlich Geld ab. Knapp 200 Euro steckte er sich in die Tasche. Auch zwei DVD-Player und Fahrradzubehör hatte er mit der Karte von H. bezahlt.

Ali H. bemerkte den Schwindel und stellte den arbeitslosen J. am 23. Oktober vergangenen Jahres zur Rede. In der Küche seiner Wohnung soll er mit einer Anzeige gedroht haben. Laut Anklage stach J. aus Angst zu. Dieses Motiv hatte er im Ermittlungsverfahren auch zu Protokoll gegeben. Vor Gericht aber sprach er davon, dass ihn Ali H. plötzlich angegriffen habe. Der Tunesier habe eine Rückzahlung zum Monatsende abgelehnt und ihn heftig in den Rücken geschlagen. „Ich wusste nicht, was ich tun soll, ich habe das Messer gesehen, es aus dem Block gezogen und zugestochen.“ J. kehrte dreimal in die Wohnung des Getöteten in der Klosterstraße zurück. Er trennte die Leiche in zwei Teile. Die obere Hälfte transportierte er in einer Tasche auf seinem Fahrrad mit Anhänger und verscharrte sie nahe der Heerstraße, sagte der Angeklagte. Den zweiten Teil warf er in eine Mülltonne. Am nächsten Tag putzte er die Wohnung seines Opfers und nahm noch einen Videorekorder mit. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt. K.G.

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