Berlin : Erzbistum erwartet Post vom Papst

Noch im Mai wird vermutlich feststehen, wer neuer Berliner Erzbischof und Nachfolger von Kardinal Georg Sterzinsky wird. Der Brief aus Rom mit den entscheidenden drei Kandidaten soll unterwegs sein, berichtete die Katholische Nachrichtenagentur am Freitag. Wolfgang Klose, Vorsitzender des Diözesanrates, der obersten Vertretung der Katholiken im Erzbistum, sagte, er habe gehört, die sogenannte Dreierliste aus Rom solle im Mai in Berlin eintreffen und spätestens im Juni der Name des neuen Mannes bekannt gegeben werden. Stefan Förner, Sprecher des Erzbistums, wollte lediglich bestätigen, dass der Brief aus Rom am Freitag noch nicht in der Post war. Sobald die päpstlichen Vorschläge vorliegen, muss das Berliner Domkapitel innerhalb von acht Tagen daraus den künftigen Erzbischof wählen. Kann sich das Domkapitel auf keinen der vorgeschlagenen Kandidaten einigen, bestimmt der Papst selbst.

Das Domkapitel hat vor einigen Wochen eine Wunschliste mit drei Namen nach Rom geschickt. Darüber hinaus kann der Nuntius, der Botschafter des Papstes in Deutschland, Vorschläge machen und theoretisch auch jeder andere deutsche Ortsbischof. Aufgrund des „Preußenkonkordates“ hat Kölns Erzbischof Kardinal Joachim Meisner ein wichtiges Wort bei der Neubesetzung des Berliner Bischofstuhls mitzureden. Viel spricht dafür, dass Meisner den Berliner Weihbischof und jetzigen Diözesanadministrator Matthias Heinrich (56) protegiert. Meisner hat Heinrich in seiner Berliner Amtszeit 1981 zum Priester geweiht und ihn auch danach gefördert. Vor zwei Jahren hat Papst Benedikt XVI. Heinrich zum Weihbischof ernannt – gegen den Willen von Kardinal Sterzinsky. Auch diese Entscheidung soll Meisner beeinflusst haben.

Für den Diözesanrat wäre Heinrich nicht die erste Wahl. „Wir wünschen uns jemanden von außen, der neue Ideen und frischen Wind in das Bistum bringt“, sagte Wolfgang Klose, der Vorsitzende des Gremiums. In den Gemeinden sei nach harten Jahren des Sparens und Kirchenkrisen die Resignation groß, viele Engagierte würden sich zurückziehen.

Als weitere mögliche Favoriten für den Berliner Bischofsstuhl werden der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick (61) und der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode (60) genannt. clk

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