Berlin : Erzieher fürchten um Jobs

Beim Jugendaufbauwerk drohen betriebsbedingte Kündigungen

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Berlins Jugendstaatssekretär Thomas Härtel schließt betriebsbedingte Kündigungen beim Berliner Jugendaufbauwerk (JAW) nicht mehr aus. Härtel sagte dem Tagesspiegel, dass die „Personalkosten bei weitem nicht mehr gedeckt sind“. Um die 1159 Mitarbeiter weiter bezahlen zu können und den Jahresverlust von acht Millionen Euro ausgleichen zu können, brauche das JAW im nächsten Jahr eine Finanzspritze von 23 Millionen Euro. Doch so ohne weiteres wollen SPD und PDS der Anstalt keinen derart hohen Zuschuss bewilligen. Senat und Koalition warten zunächst auf ein betriebswirtschaftliches Gutachten, das Härtel zufolge Mitte November vorliegen soll. Geschlossen werden solle das JAW aber „auf keinen Fall“.

Senat und Koalition wollen vielmehr die Rechtsform als Anstalt öffentlichen Rechts verändern: Das JAW soll privatisiert und einem freien Träger übertragen werden. Der Haushaltsexperte der Grünen, Oliver Schruoffeneger, will das JAW dem „Wettbewerb und den Bedingungen anderer Heimträger“ aussetzen. Kleinere Träger seien wesentlich flexibler als ein großer Landesbetrieb.

Die Bezirke verständigten sich unterdessen mit dem Senat, die Ausgaben für Hilfen zur Erziehung zu senken. Dabei soll vor allem die teure Heimunterbringung zugunsten von ambulanten Hilfen vermieden werden. Laut Schulsenator Klaus Böger (SPD) haben die Bezirke schon bis Ende August 36 Millionen Euro weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres ausgegeben. sib

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