Erzieher und Sozialarbeiter im Warnstreik : "Wir sind kampfbereit"

Am Donnerstag haben sich 4000 Erzieher und Sozialarbeiter zu einer Kundgebung am Bahnhof Friedrichstraße versammelt. Sie fordern mehr Geld.

von
Zwei junge Frauen zeigen beim Streik der Berliner Erzieher und Sozialpädagogen Plakate, die ihren Unmut zum Ausdruck bringen.
Zwei junge Frauen zeigen beim Streik der Berliner Erzieher und Sozialpädagogen Plakate, die ihren Unmut zum Ausdruck bringen.Foto: dpa

Viele Kindertagesstätten bleiben am Donnerstag in Berlin geschlossen. Am Morgen haben sich rund 4000 Erzieher und Sozialarbeiter des öffentlichen Dienstes an der Friedrichstraße versammelt. Mit Tröten, Trommeln und Ratschen machten sie Lärm und forderten bessere Gehälter. "Wenn es mehr Geld gibt, gibt es auch wieder mehr Erzieher", sagt Kathrin Seibel, Erzieherin einer Neuköllner Kita. "Wir sind besser qualifiziert als wir bezahlt werden. Wenn der Senat möchte, dass es mehr junge Erzieher gibt, muss er den Beruf aufwerten", sagt Vanessa Jahn, ebenfalls Erzieherin.

Aufgerufen zum Streik haben die Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verdi. Sie fordern, dass die Gehälter der Beschäftigten in Berlin an die anderer Bundesländer angeglichen werden. Derzeit erfolgt die Bezahlung hier laut Tarifvertrag der Länder, während beispielweise in Brandenburg der besser bezahlte Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst gilt. Den Gewerkschaften zufolge geht es um Gehälter von rund 13.000 Beschäftigten, die bis zu 400 Euro weniger verdienen als ihre Kollegen in anderen Bundesländern. Die erste Runde der Tarifverhandlungen blieb ohne Ergebnis. Die nächste Runde findet Ende Januar statt.

„Gerade in den Randbezirken überlegen es sich Erzieher, wo sie eher arbeiten", sagt Torsten Wischnewski- Ruschin, Fachreferent für Kindertagesstätten vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Berlin. Ein Problem, dass nun auch die Bildungssenatorin erkannt zu haben scheint: „Wir plädieren dafür, dass die Gehaltslücke zwischen den Tarifverträgen geschlossen wird", sagt Sandra Scheeres. Die Gewerkschaften erwarten, dass die Senatorin zu ihren Worten steht. „Wenn es nicht zu spürbaren Verbesserungen kommt, dann gehen Frau Scheeres die Argumente aus“, sagt Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW Berlin.

"Wir sind überlastet und haben zum Teil Burn-Out. Es muss sich was verändern in dieser Stadt", sagt Andrea Kühnemann, Personalvorsitzende im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und Mitglied der Bundestarifkommission von Verdi. "Wir wollen mehr Fachpersonal und verdammt nochmal besser bezahlt werden", sagt Kühne. Das sei ein Kampf, doch sie seien bereit.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

Autor

6 Kommentare

Neuester Kommentar