Berlin : Es bleibe Licht

Die Regierung fordert Standleuchten für Fahrräder

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Rechtzeitig zum nächsten Winter will das Bundesverkehrsministerium die Radfahrer erleuchten und ein StandRücklicht für fabrikneue Fahrräder vorschreiben. Nach Auskunft eines Ministeriumssprechers soll die Vorschrift gegen Jahresende in Kraft treten. Zuvor müsse der Bundesrat zustimmen, was aber keine Hürde sei.

Schon jetzt sind einige Modelle mit der Technik ausgestattet, die das Rücklicht etwa beim Ampelstopp nicht sofort verlöschen lässt. Ohnehin bevorzugen immer mehr Radler batteriebetriebene Lampen, zumal klassische Dynamos bei Nässe häufig versagen. Allerdings sind reine Batterielichter ohne Dynamo-Verstärkung nach wie vor nur für Rennräder unter elf Kilogramm Gewicht zugelassen. Diese Vorschrift beruht auf einem veralteten Paragrafen der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO), der nach Auskunft des Ministeriums auch jetzt nicht entrümpelt werden soll. In der Regel duldet zwar auch die Berliner Polizei die mittlerweile recht zuverlässigen und hellen Batterielampen, aber bei Kontrollen im vergangenen Jahr mussten auch Radler, die mitten am Tag ihre abnehmbaren Batterieleuchten nicht dabei hatten, zehn Euro Strafe zahlen. Laut Statistik der Berliner Polizei spielten Beleuchtungsmängel im vergangenen Jahr nur bei 40 von 6091 Radfahrer-Unfällen eine Rolle.

Benno Koch, Landesvorsitzender des Fahrradclubs ADFC, findet die Standlicht-Pläne der Bundesregierung „halbherzig“. Der ADFC fordert neben der Zulassung der Batterielampen auch eine Vorschrift, einen zuverlässigen und leichtgängigen Nabendynamo in jedes neue Fahrrad einzubauen. Noch immer werde die Hälfte aller Räder – Mountainbikes beispielsweise – ganz ohne Licht verkauft, sagt Koch. „Aber gefahren werden sie dann zu 99 Prozent auf öffentlichen Straßen.“ obs

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