Es brennt weiter : Brandstiftungen sind das aktuelle Wahlkampfthema

Auch in der Nacht zum Sonnabend wurden überall in der Stadt Autos und Motorräder angesteckt. Bundespolitiker geben dem Senat nun Ratschläge für die Kriminalitätsbekämpfung.

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In einer Halle in Schöneberg sammelt die Polizei die ausgebrannten Autos der vergangenen Monate. Eine Bildergalerie.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Henning Onken
19.08.2011 08:01In einer Halle in Schöneberg sammelt die Polizei die ausgebrannten Autos der vergangenen Monate. Eine Bildergalerie.

Wieder sind Autos in Berlin in Brand gesetzt worden. Am frühen Samstagmorgen bemerkte ein Anwohner in der Neustrelitzer Straße in Lichtenberg einen brennenden VW Passat. Der Polizei zufolge soll sich in der Nähe ein etwa 25-jähriger Mann aufgehalten haben, der den Anwohner noch gefragt haben soll, was passiert sei. Der Unbekannte habe dann aber schnell den Ort des Geschehens verlassen. Er soll 1,75 Meter groß und schlank sein und kurze Haare haben. Zwei Stunden später, gegen 2 Uhr 45, sah in der Venusstraße in Altglienicke ein Passant ein brennendes Motorrad und rief die Feuerwehr. In der Friedrichshainer Liebigstraße rief ein Passant gegen 3 Uhr ebenfalls die Polizei, weil Rauch aus einem BMW aufstieg. In der nahen Zellestraße brannte es eine halbe Stunde später, Polizisten konnten die noch kleinen Flammen auf dem Gehweg aber löschen. Dadurch sei verhindert worden, dass ein Motorrad in Flammen aufging, hieß es.

Zu den Brandstiftungen in der Liebig- und Zellestraße ermittelt der Staatsschutz, ein politisches Motiv könnte wohl wegen der Nähe zu dem im Februar geräumten Hausprojekt Liebigstraße 14 infrage kommen. Der Kiez in Friedrichshain gilt als symbolträchtig für die linke Szene der Stadt. In allen anderen Fällen haben Brandkommissariate die Ermittlungen übernommen.

Seit CDU und FDP den massiven Anstieg der Autobrände zum Wahlkampfthema gemacht haben, werden auch sie angegangen: CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel erhielt laut Polizei am Samstag ein Schreiben, in dem ihm Unbekannte androhen, man werde ihm wegen „der geistigen Brandstiftung“ durch die Plakate eine Briefbombe schicken. Auch Wahlplakate wurden am frühen Sonnabend beschädigt. Eine Funkstreife bemerkte gegen 1.15 Uhr in der Wichertstraße in Prenzlauer Berg ein brennendes Wahlplakat der FDP. Einige Meter entfernt wurden die Polizisten auf zwei Personen aufmerksam, die ein Feuerzeug an ein weiteres Plakat hielten. Sie nahmen den 20-Jährigen und dessen 17 Jahre alte Begleiterin vorläufig fest. Die beiden waren betrunken und wurden erkennungsdienstlich behandelt. Drei junge Frauen zündeten gegen 1.25 Uhr in Spandau ein Wahlplakat der rechtsextremen NPD an. Dabei wurden sie von einer Zivilstreife beobachtet. Die Beamten nahmen die Personalien der 18- bis 21-Jährigen auf. In beiden Fällen wird wegen Sachbeschädigung ermittelt.

CDU-Spitzenkandidat sieht in der Brandserie einen Beleg für das politische Versagen des Senats. Lesen Sie weiter auf Seite 2.

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