Berlin : Es geht nicht ohne Dresscode

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Die mühsame Frage nach dem Ob und Wohin einer Party wollen jetzt zwei Berliner Jungunternehmer dem wankelmütigen Nachtschwärmer abnehmen. Mit einer zeitgemäß designten Chipkarte sollen sich für jene die Pforten der Clubs günstiger öffnen, die sich auf den Internetseiten der "Partycard"-Community kostenlos registriert haben. Wer dort angemeldet ist, wird je nach Interesse über Veranstaltungen informiert, kann in derzeit zwanzig Clubs seine "Partycard" zücken und dadurch tatsächlich die Miene der Türsteher aufhellen.

Dabei ist "partycardberlin" auch als eine Informationsplattform des Nachtlebens zu verstehen und soll Veranstalter, Werbekunden, Sponsoren und Nutzer der Karte gleichermaßen zufrieden stellen. Jedem zielgerichtet seine Infos auf das Handy oder den PC zu senden, sei ein wichtiger Pfeiler der Geschäftsidee, sagt Sprecher Mario Dobovisek. Vergünstigungen beim Eintritt, bei den Getränken, in einigen Clubs sogar zur Hälfte, sollen die Anreize sein, um sich die personalisierte Plastikkarte schicken zu lassen. "Die auf Chip gespeicherten Angaben werden jedoch vertraulich behandelt", versichert Dobovisek.

"Die Idee zur Kombikarte kam aufgrund eigener negativer Erfahrungen", sagt Daniel- Jan Girl, Geschäftsführer von "partycardberlin". Oftmals seien sie trotz eines gepfefferten Eintritts von der Stimmung und der Musik enttäuscht worden. Nach ihrem Konzept soll auch den Besitzern einer schmalen Geldbörse der Tanz in mehreren Clubs möglich sein. "So ist eine flexible Abendplanung möglich", sagt David Rhotert, Jurastudent und zweiter Geschäftsführer des Unternehmens. Zudem soll die Internetcommunity auf der Webseite irgendwann ein Selbstläufer werden und sich gegenseitig über wichtige Termine informieren, dafür bieten Forum, Chatroom und SMS-Klient ausreichend Möglichkeiten. Finanzieren soll sich die "partycard" über eine Werbefläche auf der Rückseite der Karte und eine Gewinnbeteiligung an den Umsätzen der beteiligten Clubs.

Die Nachfrage steige kontinuierlich. Mittlerweile wollten sich schon fast 5000 Partygänger mit ihrer Chipkarte ins Nachleben stürzen, ein Zehntel davon aus den alten Bundesländern, um in einem Handstreich ein großes Spektrum an Clubs mitzunehmen. Und auch für Clubbesitzer sei die "partycard" eine Werbeplattform und gute Gelegenheit, mehr über die eigenen Gäste zu erfahren, so Alexander Freund vom "Dante". "Allerdings entbindet die Karte nicht vom Dresscode, ohne Jackett kommt keiner rein", sagt Freund.

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