Berlin : Es gibt ein Leben nach der Mauer

Roger Waters kommt nach Berlin – und spielt „The Dark Side of the Moon“

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Es gibt Assoziationen, die lassen sich einfach nicht auslöschen. Wenn Roger Waters nach Berlin kommt, spielt es zum Beispiel fast keine Rolle, mit welchem Programm er anreist – denn jeder denkt zuerst an die legendäre Inszenierung von „The Wall“, mit der der Ex-Pink-Floyd- Bassist 1990 den Todesstreifen am Potsdamer Platz in die bis dato größte Konzertbühne aller Zeiten verwandelte. Stars wie Cindy Lauper und Sinead O’Connor wirkten mit, die Show ging als „Götterdämmerung in Styropor“ in die Annalen der Popgeschichte ein – weil Waters eine gigantische Mauer aus Styroporblöcken aufschichten ließ, die zum Abschluss des Konzerts bedeutungsschwanger kollabierte. 200 000 Menschen verfolgten den symbolischen Mauerfall vor der Bühne, weitere 120 000 drängelten sich hinter den Absperrungen – und am Fernseher sah die halbe Welt auf Berlin.

Die Erwartungen sind also groß, wenn Waters am 8. Juni zum ersten Mal seit drei Jahren wieder auf einer Berliner Bühne gastiert: diesmal allerdings nicht mit „The Wall“, sondern mit einer Komplettaufführung des 1973 erschienenen Pink-Floyd-Albums „The Dark Side of the Moon“. Zusätzlich will Waters ausgewählte Songs aus der Pink-Floyd-Ära und seiner Solokarriere spielen, verrät Konzertveranstalter Marek Lieberberg. Die Bühnenshow soll an den legendären Auftritt von 1990 heranreichen: „Zur Aufführung gehören 360-Grad-Quadrosound und surreale Videosequenzen, die das spezielle Zeitgefühl vermitteln.“

Vage angekündigt war übrigens für dieses Jahr noch ein weiterer Waters-Auftritt in Berlin, der jedoch vorerst verschoben wird: Der Kölner Konzertveranstalter Christof Blaesius hatte sich vor ein paar Jahren mit dem Vorschlag in die Schlagzeilen gebracht, zum 45. Jahrestag des Mauerbaus in diesem Jahr eine Wand aus Plastik-Elementen quer durch die Hauptstadt zu ziehen – und dazu Roger Waters mit einer Neuinszenierung von „The Wall“ einzuladen. Inzwischen ist es stiller um das Projekt geworden, aber stattfinden soll es nach wie vor, versichert Blaesius auf Anfrage – allerdings nicht in diesem Jahr, sondern erst 2009, zum 20. Jubiläum des Mauerfalls: „Das ist sicher das feierwürdigere Datum“, meint Blaesius. Auch wenn die Aktion verschoben ist, glaubt der Konzertveranstalter weiterhin an eine Neuauflage von „The Wall“. „Es gab auch schon erste Gespräche mit Waters“, sagt Blaesius, „und er ist nicht abgeneigt.“ müh

Karten für das Konzert in der Wuhlheide kosten 63 Euro und sind ab sofort erhältlich. Tickethotline: 018 05 / 570 000.

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