Berlin : Es gibt sie doch: Arbeitswillige für die Drehbank

Nach dem Bericht über eine Personalfirma, die vergeblich Fachleute suchte, meldeten sich Bewerber

Volker Eckert

Finden sich nun doch 15 Fachkräfte für computergesteuerte Drehmaschinen in Berlin? Am Sonntag war in einem Bericht des Tagesspiegel von den Problemen der Zeitarbeitsfirma Hofmann zu lesen, 15 offene Stellen für CNC-Dreher zu besetzen. Nun hat nicht nur das Arbeitsamt reagiert – auch einige arbeitslose Dreher haben sich gerührt.

Karl Peter Fuß, Vizepräsident des Landesarbeitsamtes, gibt zu: „Die Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern lässt sich noch verbessern.“ Fuß schreibt jetzt der Hofmann-Chefin Petra Belaschk einen Brief. Sein Angebot: sich zusammensetzen und sehen, wo es gehakt hat. Fuß hat außerdem eine Kollegin beauftragt, bei den einzelnen Dienststellen noch einmal nachzufragen. Wenn sich dabei noch mehr Vermittelbare fänden, dann würden diese möglichst schnell nachgeliefert.

Zu der Klage, dass manche Bewerber gar nicht an einer Vermittlung interessiert seien, sagt Fuß: „Ich bin dafür, dass die Arbeitslosen alle 14 Tage einen Termin bei uns bekommen.“ Man müsse aber auch im Einzelfall sehen, ob nach Tarif bezahlt würde. Die 9,50 Euro Stundenlohn, die Hofmann den CNC-Drehern bietet, entsprechen dem Haustarif der Firma, die die Leute einstellt. Zum Vergleich: Der Osttarif der IG-Metall beträgt 10,60 Euro.

Bei der Hofmann GmbH ist man optimistisch, die 15 Stellen noch besetzen zu können. Fünf CNC-Dreher haben sich allein am Montagmorgen auf den Tagesspiegel-Artikel hin bei der Personalagentur gemeldet. An einem Gespräch mit dem Arbeitsamt ist Petra Belaschk aber immer noch sehr interessiert. „Schließlich sind wir auf die angewiesen.“ Außerdem führe sie gerade Gespräche mit einem anderen Unternehmen. Und so wie es aussieht, wird sie bald noch mehr CNC-Dreher brauchen.

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